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28. März 2018

Zufahrt zum Diakonie-Zentrum am Springberg – BI schießt über Ziel hinaus

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Diakonie_Erschließungsvariante

Es ist kein einfach zu lösendes Problem das die Diakonie mit ihrem Wunsch nach einen Umbau der ehemaligen Nordkirche zu einem Büro- und Wohnkomplex mit Integration von Tafel und Mehrgenerationenhaus formuliert hat. Ziel der Diakonie ist es, ihre bisher auf weitere Häuser im Stadtgebiet verteilten Einrichtungen (Schulstraße 2 und 17, Frankfurter Straße 26) zukünftig an einem Standort zu bündeln.

Ausführlich haben sich sowohl das städtische Amt für Bauen und Planen als auch die Kommunalpolitik (Ausschuss für Planung, Umwelt und Stadtentwicklung / PLUS) mit den Plänen und dem seit November 2017 vorliegenden Bauantrag auseinandergesetzt. Vorrangige Aufgabe ist es, das knapp 7000 Quadratmeter große Grundstück im Norden des Wohnquartiers für den Verkehr zu erschließen. Denn ohne eine Zufahrt zum Gelände, die auch für Rettungsfahrzeuge geeignet sein muss, hat das Bauprojekt keinerlei Chance auf Realisierung.

Im Bewusstsein, dass dies angesichts von Grundschule und Kita in direkter Nachbarschaft keine ideale Variante ist, haben sich die Mitglieder des Fachausschusses PLUS in ihrer Sitzung Ende Dezember 2017 nach intensiver Beratung und im Beisein von Lucian Lazar, Leiter des Diakonisches Werks Groß-Gerau/Rüsselsheim, einstimmig für das Einrichten einer über die Danziger Straße erschlossenen Zufahrt zwischen Kindertagesstätte Springberg und dem angrenzenden Grundstück eines Gewerbebetriebes ausgesprochen. Grundvoraussetzung für diesen Beschluss war, dass die Diakonie sowohl von der Stadt als auch vom benachbarten Gewerbebetrieb die benötigten Grundstücksstreifen erwirbt und zudem die Durchführung und Finanzierung aller mit der Neuordnung verbundenen Anpassungen übernimmt. Darüber hinaus sicherte sich die Stadt mit dem Beschluss die Option, Räume im umgebauten Kirchengebäude bei erkennbarem Bedarf für eine Erweiterung der Kindestagesstätte „Springberg“ zu nutzen. Nachdem sich der Vertreter der Diakonie in der Sitzung des Fachausschusses noch zustimmend geäußert hatte, teilte die Diakonie bald darauf mit, dass sie sich finanziell nicht in der Lage sehe, die Zufahrt in der besprochenen Weise zu realisieren.

Mehrere Varianten für eine Zufahrt beraten

Um der sozial vielfältig tätigen Diakonie das Bauvorhaben dennoch zu ermöglichen, begann zügig die Suche nach einer anderen Zufahrtsvariante. In Anbetracht der Tatsache, dass die Stadt Groß-Gerau ein an die Autobahn 67 angrenzendes Grundstück besitzt, das an Kleingärtner verpachtet ist, lag es nahe, das Einrichten einer Zufahrt über dieses Gelände zu prüfen. Dieser Vorschlag, der aktuell zur Diskussion steht, rief jetzt Bürger des Wohnquartiers Springberg auf den Plan. Sie machen ihrem Ärger Luft, sprechen von unzumutbaren Belastungen durch zusätzlichen Verkehr und Lärm, einer Gefährdung von Kindern, gar von einer „Ghettoisierung“.

Allem Anschein nach spielt bei Joachim Hochstätter, dem Initiator der Bürgerinitiative, jedoch die Tatsache eine maßgebliche Rolle, dass sein Kleingarten – auf dem er an der südlichen Grenze eine übergroße Gartenhütte errichtet hat – für den Bau der Zufahrt beschnitten, die Hütte verlegt werden müsste. Mit einem weiteren Kleingärtner, der am stärksten von der Baumaßnahme betroffen wäre, steht die Stadtverwaltung in einem ebenso konstruktiven wie einvernehmlichen Austausch.

Eine Zufahrt von der Breslauer Straße zum Diakonie-Gelände,  wie von Hochstätter vorgeschlagen, müsste über ein in privater Hand befindliches Gewerbegelände führen, wäre mit Grundstückserwerb verbunden sowie deutlich länger als die beiden anderen Vorschläge  und damit nach bisherigen Aussagen für die Diakonie nicht leistbar.

Stadt strebt eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung an

„Festzuhalten ist“, so Bürgermeister Erhard Walther, „dass wir seitens der Stadt bestrebt sind, eine praktikable Lösung zu finden, die es der Diakonie erlaubt, ihr Vorhaben umzusetzen und an einem zentralen Standort ihren vielfältigen sozialen Aufgaben nachzugehen. Und ohne jeden Zweifel ist uns bewusst, dass für das Wohnquartier Springberg keine der diskutierten Zufahrtsvarianten ideal erscheint.“

Dennoch entbehren etliche Anwürfe der Bürgerinitiative  jeder Grundlage, so Walther weiter. Die Klienten der Diakonie verfügen eher selten über ein Auto, kommen vorrangig mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rad. Mit einer unzumutbaren zusätzlichen Verkehrs- und Lärmbelastung sei daher nicht zu rechnen. Und in der Klage, dass die auf Schritttempo reduzierte Fahrgeschwindigkeit im verkehrsberuhigten Wohnviertel häufig nicht eingehalten werde, stünden die Anwohner als  hauptsächliche Nutzer des Viertels  ohnehin an erster Stelle.

Gänzlich aus der Luft gegriffen sei die auf einem Flugblatt erhobene Behauptung, dass vorgesehen sei in Verlängerung der Danziger Straße sowie entlang der Schallschutzmauer an der A 67 eine sieben Meter breite LKW-Zufahrt zu schaffen. Das Gelände an der Schallschutzmauer befinde sich im Besitz des Bundes und sei schon allein wegen dort verlaufender Versorgungsleitungen grundsätzlich frei zu halten. Überdies sei keineswegs ein Verkleinern des gegenüber den Kleingärten gelegenen Spielplatzes vorgesehen. Durch die für die Zufahrt benötigte Fläche reduziere sich ausschließlich das aktuell verpachtete städtische Grundstück. Dies habe lediglich zur Folge, dass sich die Zuschnitte der Kleingärten im Baubereich verändern, erklärte der Bürgermeister, der sich nach wie vor um eine einvernehmliche Lösung bemühen will.