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28. April 2020

Gemeinschaftsunterkunft in Berkach steht unter Quarantäne

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Wappen Groß-Gerau

Das Kreisgesundheitsamt hat die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berkach am Donnerstagnachmittag, 22. April 2020, per telefonischer Mitteilung in ihrer Gesamtheit unter Quarantäne gestellt. Anlass dazu bot der Nachweis einer Covid-19-Infektion bei zwei der insgesamt 38 Bewohner. Ebenso unter Quarantäne stehen der Hausmeister und die dort eingesetzte Sozialarbeiterin der Stadt Groß-Gerau. Die Unterkunft im ehemaligen Hotel Fasanerie steht unter der Regie der Kreisverwaltung. Dem Sozial- und Integrationsbüro (SIB) der Stadt Groß-Gerau obliegt die sozialpädagogische Unterstützung der dort lebenden Bewohner. 

Am Montag, 27. April 2020, ist bei allen Bewohnern der Unterkunft ein Abstrich auf Covid-19-Viren genommen worden, um zu klären, ob weitere Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft mit Covid-19 infiziert sind. Stand am 28. April 2020, 11 Uhr: bisher sind drei weitere Infektionen nachgewiesen. Die Verläufe bei den positiv getesteten Personen machen derzeit keine stationäre Behandlung notwendig. Die positiv getesteten Bewohner müssen ihren Gesundheitszustand im Wege einer Tagebuchführung dokumentieren.
Das Gelände der Unterkunft ist mit Bauzäunen abgestellt, um den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft zu verdeutlichen, dass sie das Grundstück nicht verlassen dürfen. Eine Öffnung im Zaun im Eingangsbereich zum Gebäude ist notwendig, um unter Beachtung von feuerpolizeilichen Vorgaben einen Fluchtweg zu ermöglichen. Die Menschen, die aus Afghanistan, Eritrea, Pakistan, Algerien, Syrien und der Türkei stammen, sind mit Unterstützung von Dolmetschern aufgerufen und informiert, das Gebäude nicht zu verlassen, sich vorrangig in ihren Zimmern aufzuhalten und die Gemeinschaftsküche nicht zu nutzen.

Die Stadt Groß-Gerau hat alle Betroffenen mit Mund-Nase-Masken und Desinfektionsmitteln versorgt und weitere Vorkehrungen getroffen, wie beispielsweise die tägliche Abfuhr des Mülls der Einrichtung, ausgenommen am Wochenende.

Einige Hürden galt es bei der Essensversorgung der von der Quarantäne Betroffenen zu nehmen. Nach umfangreichen Recherchen und zahlreichen Gesprächen, geführt durch die Kollegen*innen des städtischen SIB und Bürgermeister Erhard Walther, gelang es mit Hilfe der Groß-Gerauer Ahmadiyya-Gemeinde die Versorgung der unter Quarantäne stehenden Menschen an sieben Tagen der Woche mit einer warmen Mahlzeit und einem Essenspaket sicherzustellen. Auch der Einkaufsservice ist über die Ahmadiyya-Gemeinde ist Einkaufsservice sichergestellt. Die Kreisstadt Groß-Gerau ist der Ahmadiyya-Gemeinde dankbar, dass sie sich in Zusammenhang mit der Corona-Krise bei einem Helfernetzwerk gemeldet hat. Zudem ergibt sich so in zahlreichen Fällen die Möglichkeit, sprachlich direkt mit den Bewohnern zu kommunizieren. Auf diesem Weg können die Bedürfnisse aller Bewohner im Kooperation mit dem Sozialarbeiter-Team der Stadt Groß-Gerau abgedeckt werden. 

„Es ist uns bewusst, dass die verhängte Quarantäne und die damit einhergehenden Einschränkungen für alle Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft eine besondere Herausforderung darstellen. Dennoch sind wir froh, dass es gelungen ist, die Versorgung sehr kurzfristig zu organisieren“, erklärt Bürgermeister Erhard Walther.
Aus Sicht des Groß-Gerauer Bürgermeisters wäre eine zielorientiertere und engere Kooperation mit der Kreisverwaltung im Zuge der Organisation von erforderlichen Maßnahmen mehr als wünschenswert gewesen. Bei allem Verständnis für eine hohe, aus der Covid-19-Situation resultierenden Belastung zeigt sich der Bürgermeister der Kreisstadt höchst irritiert darüber, dass der Landkreis als übergeordnete Gesundheitsbehörde es bis heute (28.04.2020, 13 Uhr) nicht geschafft hat, eine entsprechende Verfügung zu erlassen. Selbst die Polizeistation Groß-Gerau fragte wiederholt bei der Stadt nach, ob die Verfügung mittlerweile vorliege, damit sich die seit Freitag durch den Bürgermeister erbetenen Kontrollfahrten rechtfertigen lassen.

Wichtig sei in der Gesamtbetrachtung festzuhalten, dass einerseits das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft geregelt und sichergestellt ist, aber auch für die außerhalb der Anlage lebenden Bürger dokumentiert ist, dass die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes eingehalten werden, so der Bürgermeister. Es ist ein hohes Anliegen der Stadt, dass nicht weitere Corona-Fälle hinzukommen.