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Datum: 01.10.2026

„Blackbird“ in Groß-Gerau: ein besonderes Erlebnis

Groß-Gerau im Film? Das kommt nicht alle Tage vor. In der Verfilmung des Romans „Blackbird“ von Matthias Brandt aber spielt das Groß-Gerauer Freibad eine zentrale Rolle. Im Groß-Gerauer Lichtspielhaus war „Blackbird“ am Mittwochabend zu sehen, zeitgleich mit der Erstausstrahlung in der ARD.

Ein Team des Hessischen Rundfunks hat am Nachmittag im Freibad und am Abend im Kino gedreht, Menschen interviewt und das Event festgehalten. Deshalb lohnt es sich unbedingt, heute, Donnerstag, 1. Oktober 2026, um 19.30 Uhr die „Hessenschau“ einzuschalten.

Im Freibad ging es für Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau hoch auf den Sprungturm, wo er sich wie Bjarne Mädel im Film an die Kante des Zehners setzte und erzählte, welche Erinnerungen er mit dem Freibad verbindet.

Das Interesse an der öffentlichen „Blackbird“-Vorstellung war riesig: Es gab rund 250 Kartenwünsche, die die Kapazität der 107 Plätze im Lichtspielhaus bei Weitem überstiegen.

Talkrunde liefert Einblicke in die Filmproduktion

Ehe der Film begann, lieferte eine Talkrunde spannende Einblicke in die Filmproduktion. Jörg Himstedt, Leiter der Spielfilmredaktion beim Hessischen Rundfunk, erzählte, dass der hr aktuell vier Filme im Jahr drehe. Pro Drehtag entstünden im Schnitt drei Minuten Spielfilm. Bei der Suche nach einer geeigneten Location sei Groß-Gerau schnell im Spiel gewesen – schließlich gibt es nicht so viele Freibäder mit einem Zehn-Meter-Turm.

Auch Drehbuchautor David Ungureit war nach Groß-Gerau gekommen. Matthias Brandt habe erst überzeugt werden müssen, seinen Roman für einen Spielfilm zu adaptieren, berichtete er. Zudem würden Drehbücher im Laufe der Arbeit an einem Film immer wieder angepasst.

Persönliche Schilderungen von Annika Hohl

Ungureits Agentin Annika Hohl, deren Vater Manfred von 1983 bis 2001 Bürgermeister in Groß-Gerau war, schilderte sehr persönlich, wie ihr Anfang des Jahres verstorbener Vater den Dreh im November 2025 erlebte. Annika Hohl hatte den Kontakt zum hr hergestellt.

Auch Jörg Rüddenklau und Michael Schleidt, der die BeNe-Stiftung vorstellte und um Spenden warb, nahmen an der Talkrunde teil.

Möglich wurde die öffentliche Vorführung dank der finanziellen Unterstützung durch die Stadtwerke Groß-Gerau Versorgungs GmbH (GGV) und der Bereitschaft des hr, den Film in Groß-Gerau zu zeigen. Auch Kinobetreiberin Anja Wenz und ihr Team hatten großen Anteil am Gelingen des Abends. Beinahe wäre übrigens auch das Groß-Gerauer Kino auf der Leinwand zu sehen gewesen, doch wurde wegen Urlaubs nichts aus einem Dreh.

Bewegende Geschichte und starke Ensembleleistung

Der bewegende Film erzählt die Geschichte von Morten Schumacher (Bjarne Mädel), der auf dem Zehnmeterturm eines verwitterten Freibads steht. Morgen soll er den Turm abreißen. Ausgerechnet er, dem dieser Ort mehr bedeutet als irgendjemandem sonst. Denn das Freibad steckt voller Erinnerungen an die Geschichte, die sein Leben verändert hat, an das Jahr, in dem so viel passiert ist …

Herbst 1979: Zwischen Liebeskummer, Scheidung der Eltern und der schweren Krankheit seines besten Freundes erlebt der 15-jährige Motte in „Blackbird“ einen Herbst, der sein Leben für immer prägen wird. Er verliebt sich, kann mit der lebensbedrohlichen Krankheit seines Freundes Bogi nicht umgehen und merkt zunächst nicht, dass die kluge Schornsteinfegerin Steffi ihn mag.

Publikum spendet viel Applaus

Für die packende, von Regisseur Max Zähle in Szene gesetzte Geschichte und starke schauspielerische Leistungen nicht nur von Timothy Scannell (Morten als Jugendlicher), Albert Lichtenstern (Bogi) und Holle Kirck (Steffi) gab es am Ende der Vorstellung langanhaltenden Applaus. „Blackbird“ ist eine hr-Koproduktion mit Port au Prince Films und Tatami Films, gefördert durch die Hessen Film & Medien GmbH.

Groß-Gerau tauchte häufig im Bild auf: Nachtszenen in der Weingartenstraße kamen ebenso vor wie Goethe- und Schillerstraße oder eine Busszene in Wallerstädten.

Der Eintritt zur Vorführung im Lichtspielhaus war frei, doch wanderten am Ende eines rundum gelungenen Abends einige Scheine in die Spendendose der BeNe-Stiftung, die im Gerauer Land Aktivitäten im Bereich Kunst, Kultur, traditionelles Brauchtum und Religion, Jugend und Sport sowie Naturschutz, Landschaftspflege und Tierschutz fördert.

Wer keine Karte fürs Kino bekommen oder am Mittwoch keine Zeit für die Erstausstrahlung hatte, kann „Blackbird“ jederzeit in der ARD-Mediathek abrufen.