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Schwammstadt


– ein wichtiges Konzept für die Sicherung unserer Stadt

Was ist eine Schwammstadt?

Der Klimawandel zeigt sich durch vermehrte Hitze- und Starkregenereignisse mit Überflutungen und Trockenheit in allen Regionen in Deutschland. Aufgrund von Versiegelung bspw. in Form von Bebauung und verdichteten Böden sind besonders Städte und ihr Umland von den Folgen des Klimawandels betroffen.

Am 03.02.2026 beschloss die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Groß-Gerau das in der alltäglichen Verwaltungsarbeit auch das Schwammstadtprinzip mit bedacht und geprüft werden soll.

Der Begriff Schwammstadt rührt aus der Eigenart eines Schwammes, der Wasser aufnehmen, speichern und später wieder abgeben kann. Wie ein Schwamm nehmen derartige Städte Regenwasser am Ort des Niederschlags auf, speichern es und geben es verzögert wieder ab, anstatt es direkt über die Kanalisation abzuleiten. Das gespeicherte Regenwasser kann Pflanzen in trockenen Phasen zur Verfügung gestellt werden, steht für Verdunstung und Kühlung bereit und entlastet die Kanalisation gerade bei Starkregenereignissen. 

Vorteile einer Schwammstadt:

Geringere Überflutungen bei Starkregenereignissen

Durch die Rückhaltung von Regenwasser auf Dächern, in Grünflächen, Mulden, Zisternen oder auf zeitweise für eine Überflutung vorgesehenen Flächen, gelangt es langsamer in die Kanalisation. Durch diese Speicherung sinkt das Risiko lokaler Überflutungen, besonders bei kurzen, intensiven Niederschlagsereignissen.

Entlastung der Kanalisation und besserer Gewässerschutz

In vielen städtischen Bereichen werden Regenwasser und Schmutzwasser gemeinsam in einem Kanal abgeführt. Diese Mischwasserkanäle sind nur für eine bestimmte Wassermenge ausgelegt und können insbesondere bei Starkregenereignissen überlastet werden. Schwammstadtmaßnahmen reduzieren das Risiko der Überlastung, da anfallendes Regenwasser möglichst vor Ort zurückgehalten und nicht zusätzlich zum Schmutzwasser in die Kanalisation eingeleitet wird.

Mehr Stadtgrün und weniger Trockenstress

Städtische Grünflächen leiden häufig unter Trockenheit, verdichtetem Boden und wenig Wurzelraum. Durch Schwammstadt-Maßnahmen kann das Niederschlagswasser gespeichert werden und steht ggf. dem Stadtgrün in Trockenphasen zur Verfügung, wodurch Kosten reduziert und der Personalaufwand für die externe Bewässerung städtischer Pflanzen und Bäume verringert werden können.

Kühlung in Hitzeperioden

Pflanzen, Wasserflächen und feuchte Böden kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung. Zusätzlich spenden Bäume zusätzlich Schatten. Durch städtisches Grün können Hitzespots reduziert und das Stadtklima verbessert werden.

Einsparung von Trinkwasser

Gesammeltes Regenwasser kann für die Bewässerung z. B. von Grünflächen oder Bäumen in der Stadt genutzt werden. Durch Schwammstadt-Maßnahmen kann Trinkwasser, das sonst für diese Aufgaben verwendet werden muss, eingespart werden.

Lebensqualität und Biodiversität

Schwammstadt- Maßnahmen wie z. B. Parks, begrünte Straßen, grüne Dächer, Fassadenbegrünung oder renaturierte Gewässer bringt mehr Grün, mehr Schatten, und angenehmere Aufenthaltsräume in die Stadt. Sie verbessern nicht nur Klima und Gesundheit in der Stadt, sondern erhöhen damit auch Aufenthaltsqualität und Wohlbefinden.


Groß-Gerau zu einer Schwammstadt entwickeln

Die Kreisstadt Groß-Gerau arbeitet kontinuierlich daran, ihre Strukturen klimaresilienter zu gestalten und sich damit Schritt für Schritt zu einer Schwammstadt weiterzuentwickeln.

Es ist jedoch nicht nur eine Maßnahme die eine Stadt zu einer Schwammstadt macht. Es ist vielmehr ein Bündel von unterschiedlichen Maßnahmen der technischen Wasserinfrastruktur sowie der grünen Infrastruktur die ein gutes Schwammstadtkonzept ausmacht.

Da sich ein großer Teil der Stadtfläche Groß-Geraus z.B. landwirtschaftlich genutzte Fläche, private Grundstücke, Höfe, Dächer und Fassaden in privater Hand befindet, ist die Mitwirkung der gesamten Stadtgesellschaft ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Schwammstadt.

Durch eine vorausschauende Planung und die konsequente Umsetzung geeigneter Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern kann jede Bürgerin und jeder Bürer aktiv dazu beitragen, Überflutungsrisiken zu reduzieren, Hitzeinseln abzumildern und die Aufenthaltsqualität im urbanen Raum zu verbessern.

Wie auch Sie zur Zielsetzung Schwammstadt Groß-Gerau beitragen können

Bürgerinnen und Bürger können mit einfachen Maßnahmen auf dem eigenen Grundstück zu einer wassersensiblen und klimaangepassten Stadt beitragen. Dazu gehört zum Beispiel, Regenwasser vor Ort zurückzuhalten, zu speichern, versickern oder verdunsten zu lassen sowie Notabflusswege bei Starkregen mitzudenken. So können die Folgen von Starkregen, Hitze und Trockenheit im privaten Bereich verringert und ihr Eigentum besser vor Starkregen geschützt werden.

Weitere Maßnahmen können Sie der Tabelle in der PDF entnehmen: