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Christian Wieser: Ära im Stadtparlament endet

In der Groß-Gerauer Stadtverordnetenversammlung ist am Dienstagabend eine Ära zu Ende gegangen: Zum letzten Mal lag die Sitzungsleitung in den Händen von Christian Wieser (81). Der Christdemokrat wirkte von 2011 bis 2016 und dann wieder von 2021 bis 2026 als Stadtverordnetenvorsteher.

Auch durch seine letzte Sitzung führte er gewohnt souverän, unaufgeregt, neutral und sachlich. Ein Mann der lauten Töne ist Wieser nicht. Viel lieber wirkt er ausgleichend, baut Brücken. Diese Wesenszüge kamen ihm in seiner Funktion als Vorsitzendes des Stadtparlaments bestens zupass.

Am Ende spendeten ihm Stadtverordnete und Zuschauerinnen und Zuschauer Applaus im Stehen – das kommt nicht eben häufig vor. Die letzte Sitzung als Stadtverordnetenvorsteher hatte es dabei in sich: Mit der Grundsatzentscheidung über die Ansiedlung eines Rechenzentrums stand ein gewichtiges Thema auf der Agenda. An der engagierten, kontrovers, mit hoher Sachkenntnis und sachlich geführten Debatte hatte Wieser seine Freude: „Das war eine Sternstunde des Parlaments“, befand er.

Sein Dank galt den Stadtverordneten, seinen Stellvertretern Volker Sperfechter (CDU), Siegrid Malkmus (SPD), Friedrich Schweikert (Grüne) und Mario Weber (FDP) sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und insbesondere dem Gremienbüro für die gute Vorbereitung der Sitzungen.

Die Stadtverordneten hätten es ihm in all den Jahren leicht gemacht. Im Groß-Gerauer Parlament herrschten ein demokratisches Klima und ein fairer Umgang miteinander.

Als Christian Wieser 1981 erstmals ins Stadtparlament einzog, war Georg Sturmowski noch CDU-Fraktionsvorsitzender, Ingo Endrick Lankau (SPD) Bürgermeister und Werner Auer (SPD) Stadtverordnetenvorsteher. Ab 1984 legte Wieser aus beruflichen Gründen erst mal eine Pause ein, seit 1997 gehört er der Groß-Gerauer Stadtverordnetenversammlung ununterbrochen an. In dieser Zeit hat er mittlerweile sechs Bürgermeister erlebt.

Groß-Geraus jetziger Rathaus-Chef Jörg Rüddenklau (SPD) nutzte die Gelegenheit, Wieser ein kleines Präsent zu überreichen und dessen jahrzehntelanges Wirken für die Kreisstadt zu würdigen. Rüddenklau bedankte sich herzlich für die sehr gute, stets sehr menschliche Zusammenarbeit. Zugleich hob er Wiesers Souveränität in der Sitzungsleitung hervor.