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Stadtradeln-Tour mit Bürgermeister Jörg Rüddenklau

Spannende Einblicke in Projekte der Stadt erhielt rund ein Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Donnerstagabend bei einer Radtour mit Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau. Angeboten wurde sie im Zuge der Stadtradeln-Kampagne, mit der dafür geworben wird, insbesondere bei kurzen Strecken öfter mal das Auto stehenzulassen und aufs Rad umzusteigen. So kann jeder einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Vom Stadthaus aus ging es zum Neubau des Bau- und Betriebshofs, der bereits deutlich Formen angenommen hat. Auf einem rund 16.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen imposante Gebäude mit einer Grundfläche von zirka 4450 Quadratmeter – allein die Fahrzeughalle hat eine Länge von 100 Metern. Das klinge riesig, sei aber eine angemessene Größe, sagte Bürgermeister Rüddenklau. Zudem habe man Erweiterungs- und Anbauoptionen. „Das bietet uns für die Zukunft Entwicklungsmöglichkeiten.“ Aktuell haben Bau- und Betriebshof rund 55 Mitarbeitende. Der jetzige Betriebshof der Gärtner am Nordring wird abgerissen, auf dem Areal des Bauhofs in der Mühlstraße werden voraussichtlich Wohnungen entstehen.

Rundgang am neuen Bau- und Betriebshof

Angepeilt wird die Fertigstellung der neuen Gebäude für Ende 2026. Um die 4,3 Millionen Euro Zuschuss aus der Hessenkasse zu erhalten, müsste er bis dahin betriebsbereit sein. Architekt Guido Hamm ist zuversichtlich, den Termin halten zu können. Dennoch wurden die Gelder vom Land vorsorglich auf andere Projekte umgeschichtet, was möglich ist.

Architekt Hamm empfing die Gruppe und zeigte ihr die Baustelle. Im Winter sei in den Innenräumen gearbeitet worden. Von außen habe man davon wenig gesehen, man sei aber weit fortgeschritten. Die Dächer würden mit Photovoltaik-Anlagen bestückt, zur Versickerung von Regenwasser auf dem Gelände werde es große Mulden geben. Das Verwaltungsgebäude erhalte ein Gründach. So wird auch hier durch die Stadt Nachhaltigkeit gedacht und umgesetzt.

Für den neuen Bau- und Betriebshof wird mit Kosten von etwa 14 Millionen Euro gerechnet, zuletzt habe man für einzelne Gewerke gute Angebote bekommen. Den Tag wollte er aber nicht vor dem Abend loben. „Wir feiern, wenn wir pünktlich fertig sind und im Budget liegen“, so Hamm.

Auf der Brücke über den Nordring ging der Blick zu den riesigen Logistikhallen auf dem einstigen Gelände der Zuckerfabrik. Stadtrat Günter Bertrams, der viele Jahrzehnte bei Südzucker tätig war, berichtete dort kurz über die Geschichte der Fabrik und die schwierige Zeit vor der Schließung. Einen Stopp legte die Gruppe auch an der Baustelle für das stationäre Hospiz am Europaring ein. Rüddenklau verwies hier auf das große ehrenamtliche gesellschaftliche Engagement der Hospiz-Stiftung, um dieses wichtige Projekt zu realisieren.

Auch das Rechenzentrum ist Thema

An den Altglas-Containern an der Dornberger Pforte waren illegale Müllablagerungen Thema, am früheren Gelände der Automobilspedition ARS Altmann erläuterte Bürgermeister Rüddenklau, weshalb die Entscheidung gegen die Ansiedlung eines Rechenzentrums am Lausböhl gefallen sei. Gemeinsam mit dem Eigentümer wolle man nun versuchen, eine alternative Nutzung des etwa 14 Hektar großen Areals hinzubekommen.

Rüddenklau sprach auch das Thema B-44-Ortsumgehung Dornheim an, obwohl diese Station aus Zeitgründen ausgelassen wurde. Hier solle es nach Aussagen von Hessen Mobil im Juni 2026 mit dem Bau der Kreisel losgehen. Die Bauzeit für die 5,1 Kilometer lange Westumfahrung von Groß-Geraus südlichstem Stadtteil betrage etwa zweieinhalb Jahre.

Neue Bänke für die Fasanerie

In der Fasanerie informierte Rüddenklau darüber, dass die Stadt von der Regionalpark Ballungsraum RheinMain gGmbH einen Zuschuss von 80.000 Euro erhalte. Hiervon sollten seniorengerechte Bänke, neue Mülleimer und eine Sonnenliege aufgebaut werden, um die Parkanlage, die bis 1918 dem Adel vorbehalten war, weiter aufzuwerten. Auch ein neuer Waldlehrpfad sei geplant. Sportgeräten aus Edelstahl seien in Absprache mit dem Denkmalschutz keine Option, da die Fasanerie ein Kulturdenkmal sei.

Rüddenklau ging auch auf den noch immer geschlossenen Tiergarten ein. Nachdem Versuche gescheitert seien, gemeinsam mit dem Tiergartenverein zu einer Lösung zu kommen, habe die Stadt den Pachtvertrag für das Gelände fristgerecht zum 31. Dezember 2027 gekündigt. Ihm schwebe für die Zukunft ein Tiergarten mit europäischen Bauernhoftieren vor, sodass man keine zoorechtliche Erlaubnis benötige, sagte Rüddenklau. Etliche Partner für das Projekt seien schon an Bord, denkbar sei auch eine weitere Naturkita.

Letzte Station war dann die Kindertagesstätte Römerkastell im Stadtteil Auf Esch. Die Besonderheit hier ist, dass sich über der Kita noch Wohnungen befinden – mit der knappen Ressource Boden wurde also sparsam umgegangen.

Weitere Touren geplant

Im Zuge des Stadtradelns bietet Groß-Gerau weitere Ausfahrten an. Historisch wird es am Samstag, 16. Mai, ab 14 Uhr, wenn der frühere Museumsleiter Jürgen Volkmann bei einer Radtour durch Groß-Gerau einen weiten Bogen von der Römerzeit über das Mittelalter und die Frühe Neuzeit bis zur Gegenwart schlägt. Gestartet wird am Stadtmuseum. Um eine Anmeldung per Mail an juergen.volkmann.58@gmail.com wird gebeten.

Für alle, die es sportlicher mögen, ist die Ausfahrt am Donnerstag, 21. Mai, die richtige. In Kooperation mit der Radsportabteilung von Blau-Gelb Groß-Gerau geht es in flotterem Tempo auf eine 30-Kilometer-Runde um Groß-Gerau. Los geht es um 18 Uhr an der Martin-Buber-Schule.

Benötigt wird ein funktionstüchtiges Fahrrad. Bei der Tour mit Blau-Gelb ist ein Helm Voraussetzung, für die anderen wird er dringend empfohlen.

Die Zahl der aktiv Radelnden wächst weiter, bis Freitag, 8. Mai 2026, waren es 245 (Stand 17 Uhr). Sie hatten bis dahin bereits 14.225 Kilometer zurückgelegt. Damit liegt die Kreisstadt hinter Rüsselsheim, Mörfelden-Walldorf und Riedstadt kreisweit auf dem vierten Platz. 2025 hatten in Groß-Gerau 296 aktiv Radelnde knapp 49.000 Kilometer bewältigt. Der Stadtradeln-Zeitraum läuft noch bis zum 23. Mai.

Es ist möglich, sich jederzeit noch anzumelden. Bürgermeister Rüddenklau freut sich über weitere Mitstreiter.