Spatenstich für B-44-Ortsumgehung Dornheim
Seit den frühen siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist immer wieder über die B-44-Ortsumgehung für den Groß-Gerauer Stadtteil Dornheim diskutiert worden. Jetzt geht es mit dem Bau offiziell los: Das Bundesministerium für Verkehr und das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum laden für Donnerstag, 29. Oktober 2026, zum feierlichen Baubeginn ein.
Ausdrücklich ist beim Spatenstich auch die Bevölkerung willkommen. Die Veranstaltung beginnt um 11.15 Uhr in der Taunusstraße 70 (Beregnungs- und Bodenverband).
Jahrzehnte des Wartens sind vorbei
Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau spricht davon, dass „Jahrzehnte des Wartens nun endlich vorbei sind“. Für die Dornheimerinnen und Dornheimer sei das eine gute Nachricht. Die Umgehung werde zu einer spürbaren Entlastung vom Verkehr und zu weniger Lärm und Abgasen führen. Baurecht für die Umgehung besteht seit dem 8. März 2023. Im Herbst 2025 gab es allerdings noch einmal einen Dämpfer, als die Finanzierung wackelte und das Projekt auf Streichlisten des Bundes auftauchte. „Umso glücklicher sind wir, dass es jetzt losgeht“, sagt Rüddenklau.
Beim feierlichen Baubeginn werden Heiko Durth (Präsident von Hessen Mobil), Ulrich Lange (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr), der hessische Staatsminister Kaweh Mansoori und Bürgermeister Rüddenklau sprechen. Im Anschluss an den offiziellen Akt ist ein kleiner Umtrunk mit Imbiss vorgesehen.
Umgehung soll Verkehr um 60 Prozent reduzieren
Die rund 5,1 Kilometer lange B-44-Ortsumgehung wird im Westen um Dornheim herumführen. Die auf rund 30 Millionen Euro veranschlagten Baukosten trägt der Bund. Angepeilt wird eine Fertigstellung bis zum Sommer 2029.
Aktuell rollen täglich etwa 15.000 Kraftfahrzeuge durch die 1,4 Kilometer lange Dornheimer Ortsdurchfahrt, darunter ein großer Anteil an Schwerlastverkehr. Vor allem im Berufsverkehr kommt es immer wieder zu langen Staus.
Die Straßen- und Verkehrsmanagementbehörde Hessen Mobil geht davon aus, dass die Verkehrsbelastung in Dornheim nach Fertigstellung der Umgehung um etwa 60 Prozent sinken wird. Das bedeutet, dass täglich rund 9000 Fahrzeuge weniger durch den Ort rollen werden.
Nach der Verkehrsfreigabe für die Umgehung wird die „alte B 44“ zwischen dem Knotenpunkt mit der Kreisstraße 158 in Richtung Wolfskehlen und der Anbindung der Umgehung an die B 44 bei Leeheim auf einer Länge von 1,8 Kilometer zurückgebaut. In der Dornheimer Ortslage wird die heutige Bundesstraße zur kommunalen Straße abgestuft.
Im Lauf der Jahre waren viele Varianten im Gespräch
Mit dem Spatenstich enden mehr als fünf Jahrzehnte der Diskussionen und Debatten um die Dornheimer Umgehung, deren Bau schon einmal in den siebziger Jahren in Aussicht gestellt war. Später ging es auch um die Frage, wo die Umgehung langführen sollte. Die große Ostumfahrung, die die Bahnlinie über- oder unterquert und auch Berkach, Dornberg und die Kernstadt entlastet hätte, scheiterte vor allem an den Kosten und am Naturschutz.
In den späten 2000er-Jahren waren Planungen für eine Westumfahrung weit gediehen, doch änderte sich die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, das Tüpfelsumpfhuhn wurde gesichtet – und es hieß gewissermaßen „Zurück auf Los“.
Mehrfach gab es Aufregung, weil die Umgehung aus dem vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans flog oder fliegen sollte, auch die Finanzierung war immer wieder Thema. Nun aber wird tatsächlich gebaut, und eine gefühlt unendliche Geschichte findet doch noch ihren Abschluss.