Freibad-Saison in Groß-Gerau ist eröffnet
Das Wetter hat bei der Freibad-Eröffnung am Samstag, 16. Mai 2026, in Groß-Gerau nur bedingt mitgespielt: Bei Außentemperaturen von 9 Grad Celsius und einer Wassertemperatur von 15,2 Grad war der Sprung ins wörtlich zu nehmende kühle Nass eine echte Herausforderung, der sich nur wenige stellten. Gemeinsam mit Bürgermeister Jörg Rüddenklau wagten sich unter anderem Dr. Matthias Drodt als Vorsitzender des Kultur-, Sport-, Vereine-, Ehrenamts- und Senior*innenausschusses (KuSS) sowie junge Schwimmsportlerinnen und -sportler des TV Groß-Gerau ins große Becken.
Nächste Woche soll es sommerlich werden
Für das nächste Wochenende aber sagen die Wetterprognosen Temperaturen jenseits der 25 Grad vorher – da dürfte vielen schon eher der Sinn nach Abkühlung stehen. Trotz der nicht allzu einladenden äußeren Bedingungen hatten sich zur Saisoneröffnung rund 100 Besucherinnen und Besucher – darunter zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik – im1937 eröffneten Freibad an der Theodor-Heuss-Straße eingefunden. In der vergangenen Saison wurden dort rund 40.000 Badegäste gezählt.
In seiner kurzen Ansprache dankte Bürgermeister Rüddenklau den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bäder GmbH, die parallel zum Hallenbadbetrieb die Saisonvorbereitungen im Freibad gestemmt hätten. Für den Satz „Schön, dass das Freibad wieder auf hat“ gab es viel Applaus. Die Bäder dienten auch der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt. Zur neuen Saison wurden die Beckenköpfe neu gestrichen und auf der großen Liegewiese einige neue Bäume gepflanzt.
Moderate Erhöhung der Eintrittspreise
Rüddenklau ging auch auf Veränderungen ein. So seien die Preise zur neuen Saison moderat angehoben worden. Der Einzeleintritt für Erwachsene kostet nun drei Euro, Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren zahlen zwei Euro. Saisonkarten sind für 45 (Erwachsene) beziehungsweise 25 Euro zu haben. Den ermäßigten Preis für Kinder und Jugendliche zahlen auch Schülerinnen und Schüler sowie Studierende und Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 50 Prozent (jeweils gegen Vorlage eines Ausweises). „Damit sind wir auch weiterhin das preiswerteste Freibad in der Region“, sagte Rüddenklau.
Auch Öffnungszeiten werden angepasst
Eine zweite Neuerung ist die Anpassung der Öffnungszeiten. Statt von 10 bis 20 Uhr wird das Freibad im Jahr 2026 von 11 bis 19 Uhr geöffnet haben. Dienstags und freitags ist wie bisher ab 7 Uhr Frühschwimmen möglich. Grund für die Anpassung ist der aktuelle Fachkräftemangel. Die Stadt sucht derzeit Fachangestellte für Bäderbetriebe, Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer sowie eine Leitung für Hallen- und Freibad. Die Stellenausschreibungen finden sich unter diesem Link. „Wenn Sie jemanden kennen, der in Frage käme, sprechen Sie ihn an“, warb Rüddenklau um Unterstützung.
Eintrittspreise decken gerade die Wasserkosten
Pro Saison würden im Groß-Gerau rund 13.000 Kubikmeter Wasser benötigt, berichtete der Bürgermeister. Die Kosten für Frisch- und Abwasser beliefen sich auf rund 70.000 Euro – das entspricht in etwa den Erlösen aus Eintrittsgeldern. Da aber auch Personal, Chemikalien, die Reinigung der Umkleiden oder die Pflege der Grundflächen bezahlt werden müssen, legt die Stadt für den Freibadbetrieb rund 330.000 Euro dazu. Fürs Hallenbad liegt dieser Betrag noch einmal deutlich höher.
Gespräche mit Denkmalschutz zur Sanierung
In puncto Sanierung liefen derzeit intensive Gespräche mit dem Denkmalschutz, so der Verwaltungschef. Rüddenklau deutete auch an, dass der Verzicht auf Fördermittel eine Option sein könne. Die Zuschüsse seien an Auflagen geknüpft. Es sei daher möglich, dass die Stadt besser fahre, wenn sie eigenständig agieren könne.
Vorfreude auf die Badesaison 2026
Bei den Besucherinnen und Besuchern herrschte am Samstag jedenfalls Vorfreude auf die Badesaison 2026. Mit seinem historischen Charme, den hölzernen Umkleiden und dem 10-Meter-Sprungturm verfügt Groß-Geraus Freibad über ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Das Schwimmerbecken verfügt über 50-Meter-Bahnen, an der Familienbadeplatte ist die alte Rutsche eine beliebte Attraktion. Und auf der 8000 Quadratmeter großen Liegewiese mit ihrem alten Baumbestand finden alle ein Plätzchen. Jetzt muss nur noch die Sonne mitspielen – dann wird die Saison 2026 bestimmt eine erfolgreiche.