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Datum: 18.09.2026

Abschied vom Freiwilligen Polizeidienst

In den vergangenen zwei Jahrzehnten war er ein vertrauter Anblick in Groß-Gerau: Wenn Klaus Merkert (67) in der Uniform des Freiwilligen Polizeidiensts unterwegs war, kamen die Leute auf ihn zu, suchten das Gespräch mit ihm. Jetzt hat er Uniform und Dienstausweis abgegeben. „Irgendwann muss Schluss sein“, sagt er.

Im September 2007 hatte er die Schulung für den Freiwilligen Polizeidienst abgeschlossen. Seitdem drehte er regelmäßig seine Runden durch Groß-Gerau, zeitweise auch durch Nauheim. Im Lauf der Jahre kamen bestimmt 3500 Einsatzstunden zusammen, schätzt er.

Die Aufgabe des Freiwilligen Polizeidiensts besteht darin, in der Stadt präsent und ansprechbar zu sein. Allein geht niemand auf Streife, man ist immer zu zweit. Es handelt sich zudem um keinen Job, sondern ein Ehrenamt, für das es eine kleine Aufwandsentschädigung von sieben Euro in der Stunde gibt.

Wichtig: Mit den Menschen im Gespräch zu sein

Beim Freiwilligen Polizeidienst geht es darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und Hinweise zu geben. Schließlich handelt es sich bei Fehlverhalten nicht immer um Absicht, sondern häufig auch um Gedankenlosigkeit.

Laufen, beobachten, melden – so ließe sich umreißen, was der Freiwillige Polizeidienst tun soll. Etwas sanktionieren – also beispielsweise Strafzettel verteilen – darf er nicht. Hinweise an Stadt- oder Landespolizei geben durchaus.

Klaus Merkert war auf Streife häufig im Gespräch mit den Menschen. Genau das sei gewünscht, erklärt Lebrecht Viebahn, Leiter des Fachbereichs Bürger, Ordnung & Verkehr bei der Stadtverwaltung Groß-Gerau. „Es geht darum, Ansprechpartner zu sein.“

Schulwegsicherung ein zentrales Anliegen von Klaus Merkert

Dem in Groß-Gerau verwurzelten Klaus Merkert fiel das leicht. Viele schöne Begegnungen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt haben ihn motiviert, die Aufgabe so lange zu übernehmen. Ein wichtiges Anliegen war ihm auch die Schulwegsicherung für Kinder. Und dann die vielen Veranstaltungen, bei denen er die Augen offenhielt und Ruhe ausstrahlte, sei es beim Frühlingserwachen, der Nacht der Sinne oder Prozessionen.

„Es war eine schöne Zeit. Ich habe es gern gemacht“, sagt Klaus Merkert im Rückblick. Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau dankte ihm für seinen fast 20 Jahre währenden Einsatz. Klaus Merkert sei über die Jahre hinweg sehr präsent und wahrnehmbar gewesen. „Der Freiwillige Polizeidienst soll das Miteinander mit den Bürgerinnen und Bürgern fördern. Das ist dir gelungen.“

Viel Lob für langjährigen Einsatz

Viel Lob gab es auch von Katja Vagi-Mager, die bei der Polizeistation Groß-Gerau für die Betreuung der ehrenamtlichen Kräfte zuständig ist. Klaus Merkert habe auch Führungsaufgaben und Morgenstreifen übernommen und sei extrem zuverlässig gewesen. „So Leute braucht das Ehrenamt.“ An der kleinen Feierstunde, bei der Klaus Merkert aus den Händen von Katja Vagi-Mager die Entpflichtungsurkunde erhielt, nahm auch Sabine Hoffmann teil, die in der Stadtverwaltung die Leitung für Sonderprojekte und Krisenmanagement innehat.

Langweilig wird ihm bestimmt nicht

Angst, dass ihm künftig langweilig werden könnte, hat Klaus Merkert nicht: Als Tischtennis-Schiedsrichter ist er international im Einsatz, beim Turnverein Groß-Gerau wirkt er als Rechner. Viele Jahre saß er für die CDU im Stadtparlament, nimmt aktuell einen Nachrückerposten ein. Zudem zählt er zur Riege der erfahrenen Wahlhelfer.

Und als wäre das nicht schon genug, stehen noch Renovierungsarbeiten am Haus an. „Es gibt genügend zu tun“, ist sich Klaus Merkert sicher. Auch in der Stadt wird man ihn weiterhin sehen. Nur eben nicht mehr in Uniform.