Gelungener Auftakt zu „GG LOKAL“
Eine Lesung mit dem aus Groß-Gerau stammenden Autoren Ralf Schwob im Kulturcafé und ein Auftritt der „Degenhard Club Band“ im Groß-Gerauer Bahnhof: Die Veranstaltungsreihe „GG LOKAL“, bei der der Kulturcafé-Verein und die Stadt Groß-Gerau kooperieren, hat ein gelungenes Auftakt-Wochenende erlebt.
Im Kulturcafé erinnerte die Erste Stadträtin Susanne Theisen-Canibol an die Ursprünge der Reihe, die 2021 während der Corona-Pandemie aus der Taufe gehoben wurde. Damals waren Veranstaltungen praktisch nur im Freien möglich, und so entstand die Idee, verstärkt auf Open-Air-Kulturveranstaltungen zu setzen. Mittlerweile hat sich das geändert, „GG LOKAL“ aber ist geblieben – nun auch wieder drinnen.
Zugleich dankte Theisen-Canibol dem Kulturcafé-Verein, der in diesem Jahr die Hauptarbeit geleistet hat. Aufgrund der städtischen Haushaltssituation ist die Reihe nur dank der Sponsoren GGV, Sparkassen-Stiftung Groß-Gerau, Kultursommer Südhessen und Volksbank Darmstadt Mainz eG möglich.
Zeigen, was Groß-Gerau zu bieten hat
Christine-Katharina Krämer, Vorsitzende des Kulturcafé-Vereins, rief in Erinnerung, wobei es bei „GG LOKAL“ auch geht: Denjenigen eine Bühne zu bereiten, die hier leben. „Wir möchten zeigen, was wir in Groß-Gerau in Sachen Kultur zu bieten haben.“ Veranstaltungen wie „GG LOKAL“ funktionierten nur dank des Einsatzes vieler Ehrenamtlicher.
Nach den Vorreden zog dann Ralf Schwob die rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer im Kulturcafé mit Auszügen aus seinem neuen, wieder in Groß-Gerau spielenden Roman „Nacht der Sinne“ in den Bann. Schwob las gekonnt mit vielen Modulationen, ließ immer wieder feinen Humor aufblitzen, hauchte seinen Figuren Leben ein und machte Lust auf weitere Lektüre.
Roman mit viel Lokalkolorit
In „Nacht der Sinne“ stehen die nach mehr als zehn Jahren aus der Haft entlassene, 31 Jahre alte Kim, die ihren Namen in Melanie Stübing ändern musste, Konrad Lauenstein von der katholischen Gefangenenhilfe, der sich um seine auf der Intensivstation der Kreisklinik liegende Mutter sorgt, und der ehemalige Polizist Daniel im Mittelpunkt.
Schwob ist es erneut gelungen, viel Lokalkolorit einzubauen – seien es die Hochhäuser Auf Esch, der Wasserturm oder auch die titelgebende „Nacht der Sinne“.
Nach der Lesung beantwortete er Fragen aus dem Publikum. Die drei Hauptfiguren seien frei erfunden. Für einige Nebenfiguren aber gebe es durchaus reale Vorbilder, verriet er. „Sie wissen aber, dass sie in meinem Roman auftauchen.“
Feier mit der „Degenhard Club Band“ im Bahnhof
Ebenfalls rund 80 Gäste feierten dann am Samstag in der früheren Güterabfertigung des Groß-Gerauer Bahnhofs mit der „Degenhard Club Band“. Die sechs Musikerinnen und Musiker aus dem Rhein-Main-Gebiet verfügen über ein beeindruckendes Repertoire, zum Stillsitzen eignen sich ihre Auftritte definitiv nicht. „Die Stimmung war klasse“, sagte Krämer.
„Goozebumps“ treten am 12. September auf
Weiter geht es am Samstag, 12. September 2026, um 19 Uhr im Hof der ehemaligen Bäckerei Darmstädter (neben MAXBäcker, Darmstädter Straße 32) mit den „Goozebumps“. Das Trio begeistert mit authentischen Interpretationen von Songs unter anderem von U2, The Police, Coldplay und Bruno Mars. Besonders die markante Stimme von Sänger und Bassist Joachim „Jogi“ Boch sowie die energiegeladene Live-Performance sorgen für intensive Konzertmomente und echte Gänsehaut-Stimmung. Der Eintritt kostet 15 Euro.
„Dichterschlacht“ bringt Wortkunst auf die Bühne
Zum Abschluss der „GG LOKAL“-Reihe folgt am Freitag, 25. September 2026, um 19.30 Uhr im Kulturcafé-Saal die „Dichterschlacht“. Organisiert und moderiert von Christine-Katharina Krämer treten Poetinnen und Poeten mit selbst geschriebenen Texten gegeneinander an. Das Publikum entscheidet beim Poetry Slam per Wertung über die Finalistinnen und Finalisten. Die Veranstaltung verspricht emotionale, humorvolle und gesellschaftlich relevante Texte sowie einen lebendigen Abend voller Kreativität und Sprachkunst. Karten gibt es für zehn Euro.
Tickets und weitere Details und Informationen zu den Events sind online erhältlich unter:
www.kulturcafe-gg.de (Rubrik „Vorverkauf“).