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Datum: 23.02.2026

Platz für Gewerbe Am Hermannsberg West

Die Stadt Groß-Gerau schafft Platz für neues Gewerbe: Am Hermannsberg West soll auf einer rund 5,3 Hektar großen Fläche kleinen und mittleren Betrieben die Möglichkeit gegeben werden, sich dort anzusiedeln. Die Stadtverordnetenversammlung hat bei zwei Enthaltungen der Kombi-FWG den städtebaulichen Entwurf gebilligt und die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Ein Bebauungsplan ist notwendig, um Baurecht zu schaffen. Das Verfahren bis zum sogenannten Satzungsbeschluss wird einige Zeit in Anspruch nehmen, vermutlich bis ins Frühjahr 2027 hinein. Über eine frühzeitige Offenlegung wird die Öffentlichkeit die Möglichkeit haben, Anregungen und Einwände vorzutragen. Auch Träger öffentlicher Belange – also Nachbarkommunen, Behörden, Versorger oder Naturschutzverbände – werden beteiligt.

Das Areal im Norden der Kreisstadt grenzt im Süden an die Autobahn 67, im Westen an die Waldstraße, im Norden an das Gewerbe in der Münchener Straße und im Osten an die Wohnbebauung Am Hermannsberg an. Derzeit wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt.

Logistiker werden nicht zum Zuge kommen

Logistiker sollen Am Hermannsberg West nicht zum Zuge kommen. Vielmehr soll es dort innenstadtnahe Gewerbeflächen für kleine und mittlere Unternehmen anderer Branchenzweige geben. Die Entwicklung des Gebiets soll zu einer ausgewogeneren Branchendurchmischung im Stadtgebiet beitragen. Ziel ist es, Groß-Gerau als Gewerbestandort zu stärken.

„Mit dem Gewerbegebiet Am Hermannsberg West erhalten wir die Chance, Unternehmen anzusiedeln, die Arbeitsplätze schaffen. Das wird der Stadt guttun“, ist Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau überzeugt.

Die Stadt entwickelt das Gebiet nicht selbst, sondern kooperiert mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG). Das gemeinnützige Siedlungsunternehmen des Landes Hessen kauft die benötigten Flächen auf und entwickelt das Gebiet. Schon früher hatte die Stadt mit der HLG zusammengearbeitet, etwa beim Gewerbegebiet „GG 08“, das vielen durch das Einkaufszentrum „Helvetia Parc“ ein Begriff sein dürfte.

Klimaaspekte sollen eine große Rolle spielen

In bestehenden Gewerbegebieten sind Flächen oft in hohem Grad versiegelt. Das führt dazu, dass sie sich im Sommer stark aufheizen, wie beispielsweise die Odenwaldstraße. Am Hermannsberg West will die Stadt deshalb neue Wege gehen und Klimaaspekte stärker berücksichtigen. Daher wird auch von einem „klimaresilienten Gewerbegebiet“ gesprochen.

Vorgesehen sind Grünpuffer zur Wohnbebauung und zur A67 hin, durch die Anordnung der Gebäude soll dafür Sorge getragen werden, dass Frischluftschneisen wenigstens zum Teil erhalten bleiben und ihren Beitrag zur Kühlung des Gebiets leisten können. In Richtung Autobahn muss zudem ein Zauneidechsenhabitat angelegt werden.

Sukzessive Entwicklung möglich

Im Gewerbegebiet Am Hermannsberg West, das flexibel entwickelt werden kann, wird es voraussichtlich Platz für etwa 15 Betriebe geben. Dies ist allerdings ein Näherungswert, da bedarfsweise auch Grundstücke zusammengelegt werden können.

Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr könnte über die bestehende Bushaltestelle in der Münchener Straße oder auch eine eigene Haltestelle im Gebiet erfolgen. Dies zählt zu den Fragen, die in den nächsten Monaten noch im Detail geklärt werden müssen.

Perspektiven für kleine und mittlere Unternehmen

Das große Ziel aber ist klar: Groß-Gerau will kleinen und mittleren Unternehmen Perspektiven eröffnen, mitten im Rhein-Main-Gebiet an einem attraktiven Standort gute Geschäfte zu machen.