Reger Austausch beim Kinder- und Jugendforum
Welche Ideen haben Kinder und Jugendliche für ihre Stadt, was wünschen sie sich? Um diese Fragen ging es beim Kinder- und Jugendforum der Kreisstadt Groß-Gerau. Eingeladen waren junge Groß-Gerauerinnen und Groß-Gerauer von sechs bis 21 Jahren. Rund 20 von ihnen kamen zum Forum ins Jugendzentrum Anne Frank, um ihre Themen selbst vorzustellen – sei es mit fast professionellen Videos, sei es mit Plakaten. Andere hatten vorab Vorschläge eingereicht.
Neben den Kindern und Jugendlichen waren Bürgermeister Jörg Rüddenklau, Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunalpolitik und verschiedene Führungskräfte der Stadtverwaltung dabei. Ziel war ein Austausch auf Augenhöhe – und der gelang. Politik und Verwaltung hörten zu, nahmen die Anliegen ernst, machten aber auch deutlich, wenn etwas aus Kostengründen nicht möglich ist.
Kinder und Jugendliche sollen sich einbringen
Bürgermeister Rüddenklau rief dazu auf, sich einzubringen, denn bei dem Format geht es darum, Kinder und Jugendliche in den demokratischen Austausch hineinzuholen und sie zur Mitgestaltung zu ermutigen. Jan Ruland und Carolin Glock von der Kommunalen Jugendarbeit der Kreisstadt Groß-Gerau moderierten das Forum. Es gehe darum, Kindern und Jugendlichen eine Bühne zu bieten.
Die Hauptpersonen nutzten die Chance, hatten keine Scheu, in der großen Runde vor rund 50 Besucherinnen und Besuchern zu sprechen. Zu den Wünschen zählte beispielsweise ein öffentlicher, gut bespielbarer Fußballplatz in Dornheim, ein Soccerplatz in Groß-Gerau, die Umgestaltung des Skateparks am Hallenbad mit einer Tischtennisplatte und einem Beachvolleyball-Feld oder Flächen für Sprayer. Auch die Öffnungszeiten des Jugendtreffs in Wallerstädten waren Thema.
Kunstrasenplätze sind zu teuer
In puncto Soccerplätze musste die Verwaltung hohe Erwartungen dämpfen. Für ein kleines Kunstrasenfeld kommen schnell Kosten von 200.000 bis 300.000 Euro zusammen. Daher soll geprüft werden, ob nicht andere Plätze so hergerichtet werden können, dass sie sich zum Kicken eignen. Auch ein offener Zugang zur Spielfläche am JUZ wurde angeregt, darüber hinaus soll mit Vereinen das Gespräch gesucht werden.
Zu den Wünschen für den Skatepark gehörten gegenüberliegende Basketballkörbe (aktuell stehen sie fürs Spiel in Kleingruppen nebeneinander), eine Tischtennisplatte und ein Beachvolleyball-Feld. Ein zusätzlicher Basketballkorb liege im Bereich des Möglichen, sagte Bürgermeister Rüddenklau. In puncto Spielfeldmarkierungen versprachen die Stadtverordneten Florian Blumenstein (SPD) und Martin Neumann (Grüne), diese selbst anzubringen.
Dem Aufbau von Wasserspendern stand die Verwaltung skeptisch gegenüber, vor allem, weil hohe hygienische Anforderungen zu erfüllen sind. Anders sah es beim Thema Sitzbänke aus. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen soll geschaut werden, wo weitere Bänke sinnvoll wären. Denkbar wäre im nächsten Schritt eine Finanzierung über Sponsoren.
Gründung eines Jugendfördervereins im Gespräch
Ohnehin die Finanzen: Bürgermeister Rüddenklau betonte, dass ohne genehmigten Haushalt nichts finanziert werden könne – und allein für dieses Jahr betrage das Defizit rund 11,5 Millionen Euro.
Das brachte Jassin auf die Idee, es mit einer Spendensammlung für Jugendprojekte zu versuchen. „Das macht es vielleicht einfacher.“ Die Idee wurde allgemein für gut befunden. Mit Dr. Roxana Sauer (CDU) und Florian Blumenstein (SPD) fanden sich auch zwei Paten, die die mögliche Gründung eines Fördervereins für Kinder- und Jugendprojekte vorantreiben wollen.
Paten sollen helfen, Vorhaben voranzutreiben
Die Teamerinnen Adisa und Adina von der Kommunalen Jugendarbeit protokollierten das Besprochene genau. Paten aus Politik und Verwaltung sollen nun helfen, dass es bei den Themen vorangeht. Zum Skatepark etwa soll es einen Ortstermin mit den Jugendlichen geben.
Die eigentliche Arbeit hat mit dem Forum begonnen. „Das war heute der Auftakt. Wir werden weiter an den Sachen arbeiten“, versicherte Bürgermeister Rüddenklau. Und auch das Kinder- und Jugendforum selbst soll in den kommenden Jahren wieder fest etabliert werden. Der Austausch beim Start war jedenfalls richtig rege.