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Datum: 26.10.2026

Fortbildung zu Herausforderungen in der Kita

Wie gehe ich mit herausfordernden Situationen um? Was kann ich tun, wenn Kinder auffällige Verhaltensweisen zeigen? Und wie begegne ich Eltern, die mit Suchterkrankungen oder auch Fluchtsituationen zu kämpfen haben?

Um diese und viele weitere Fragen ging es bei einer zweitägigen Fortbildung für die Leitungsteams der Groß-Gerauer Kindertagesstätten. Referent war Prof. Dr. Jörg Maywald, Soziologe, Pädagoge und Hochschullehrer. Zu den Zielen des Seminars gehörte es, die Kompetenzen rund um die vielfältigen Herausforderungen im Sinne des Gewaltschutzes zu erweitern.

Anforderungen an Familien haben sich erhöht

„Die Anforderungen an Kinder, Eltern und Familien haben sich spürbar erhöht. Dies führt zu einer Zunahme von Druck und Konflikten auch in den Kindertageseinrichtungen“, sagt Maywald. Für die pädagogischen Fachkräfte und insbesondere die Leitungen der Einrichtungen gehe dies mit oft schwierigen Situationen einher.

Im Laufe der zwei Tage wurden viele Themen angesprochen. Dazu gehörten neben den schon angesprochenen Fragestellungen auch der Umgang mit Scheidung und Trennung oder der Umgang mit Sorgeberechtigten, die psychische Probleme haben.

Insbesondere der intensive Austausch mit Prof. Maywald, der im Zusammenhang mit zahlreichen diskutierten Fallbeispielen entstand, sei ausgesprochen hilfreich gewesen, zeigten sich die Leitungsteams zum Abschluss des Seminars einig.

Pädagogische Fachkräfte ergänzen die Elternarbeit

Rund um den Schlagwortsatz „Eltern sind unersetzbar“ entwickelten sich viele Gedanken, Fragen und Feststellungen. Eine der Wichtigsten lautete: Die pädagogischen Fachkräfte der Kindertageseinrichtungen können Elternarbeit ausschließlich ergänzen, Eltern und Familie aber keinesfalls ersetzen. Die Verantwortung für das Leiten und Führen ihrer Kinder verbleibe stets bei den Eltern, betonte Prof. Maywald, darauf hätten die Kinder ein Recht.

Zugleich besäßen Eltern kein Besitzrecht gegenüber ihren Kindern. Und genau dies sei immer schwieriger zu vermitteln und werde oft auch falsch verstanden, erklärten die Leitungsteam der kommunalen Kindertageseinrichtungen. Zu ihren beruflichen Aufgaben gehört es, vorrangig das Wohl des Kindes im Auge zu behalten.

Verschiedene Modell der Elternschaft

Dies auch unter dem Gesichtspunkt der verschiedenen Modelle der Elternschaft: genetische Eltern, biologische Eltern, rechtliche Elternschaft, soziale Elternschaft. Und wer gilt eigentlich als Mutter oder Vater? Die Mutter ist stets jene Frau, die das Kind zur Welt gebracht hat. Das gelte auch für Leihmütter.

Bei Vätern stellt sich das schwieriger dar, denn es gibt die gerichtliche Vaterschaftsfeststellung, die Vaterschaftsanerkennung oder die Eheschließung mit der Mutter, mit der eine rechtliche Vaterschaft einhergeht. Trennen sich Eltern, ist dies mit besonderen Herausforderungen für das Kind verbunden. Anhand von Fallbeispielen wurden im Seminar verschiedene Methoden mit einem Wechsel der Perspektiven durchdacht.

Auch Fluchterfahrungen wurden thematisiert

Zudem kam das Zusammenwirken mit geflüchteten Personen, die oft Gewalt erfahren haben und häufig einige Zeit in Flüchtlingscamps verbrachten, zur Sprache. In diesen Familien sei eine hohe Ambivalenz zu beobachten, so die Leitungsteams. Kinder wie Erwachsene seien vielfach traumatisiert, Psychotherapie notwendig – doch die Kinder, bei denen sich im Alltag oft übergriffiges Verhalten beobachten lasse, seien in dieser Form der Therapie weitgehend unterversorgt.

Auch wenn einzelne Themen nicht vertieft werden konnten, empfanden die Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer die vielfachen thematischen Impulse sowie die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Aspekten auseinanderzusetzen, als positiv und für den Alltag in den Kindertageseinrichtungen ausgesprochen hilfreich.