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Datum: 27.10.2026

Spannende Infos beim Unternehmerfrühstück

In Groß-Gerau ist es längst eine etablierte Marke: Das Unternehmerfrühstück, zu dem die Volksbank Darmstadt Mainz eG und die Wirtschaftsförderung der Kreisstadt Groß-Gerau zwei Mal im Jahr einladen. Zum Treffen am Dienstagmorgen hatten sich mehr als 80 Interessierte angemeldet, der Veranstaltungssaal der Volksbank war gut gefüllt. Das Unternehmerfrühstück bietet beste Gelegenheit, sich auszutauschen und miteinander zu vernetzen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Fachvorträge. Martin Proba, Geschäftsbereichsleiter Unternehmen und Standort bei der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, sprach über „Resiliente Unternehmenslogistik und belastbare Lieferketten“. Das Thema Liquidität beleuchteten Ulla Rother (Gebietsleiterin Hessen/Pfalz/Saarland) und Dirk Jansen (Vertriebsleiter) von der VR Factoring GmbH. Ihr Vortrag trug den Titel „Sicher, liquide, unabhängig: Factoring für den Mittelstand“.

Gemeinsam die Stadt weiterentwickeln

Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau ermunterte die Unternehmerinnen und Unternehmer, sich mit Anliegen an den städtischen Wirtschaftsförderer Thorsten Eisenhofer zu wenden. Was neue Gewerbegebiet angeht, seien räumlich zwar enge Grenzen gesetzt. „Wir möchten Groß-Gerau aber mit Ihnen gemeinsam weiterentwickeln“, sagte er und zeigte sich für Unterstützung durch die Wirtschaft dankbar.

Matthias Martiné, Vorstandssprecher der Volksbank Darmstadt Mainz eG, beleuchtete die wirtschaftliche Lage und strich die Bedeutung des Mittelstands heraus. „Sie halten die Region am Leben, sie bilden aus.“ Die Politik in Berlin forderte er auf, stärker auf die Belange des Mittelstands zu achten und insbesondere das Thema Bürokratieabbau ernst zu nehmen. Trotz aller Krisen sei er überzeugt, dass die Region vor einer guten Zukunft stehe, „weil es so viele Menschen gibt, die sich für sie engagieren“.

BeNe-Stiftung engagiert sich im Kreis Groß-Gerau

Statt einer Unternehmenspräsentation gab es diesmal die Vorstellung der 2020 von Bernd Neumann gegründeten BeNe-Stiftung. Michael Schleidt und Jörg Leinekugel von Vorstand und Beirat der Stiftung erläuterten deren Tätigkeitsfelder. Die Stiftung unterstützt Projekte und Vorhaben in den Bereichen Kunst, Kultur, traditionelles Brauchtum und Religion, Jugend und Sport sowie Naturschutz, Landschaftspflege und Tierschutz im Kreis Groß-Gerau.

„Sie können sich sicher sein, dass Spenden zielgerichtet vor der eigenen Haustür eingesetzt werden“, sagte Leinekugel. Zugleich warben er und Schleidt auch um Zustiftungen. Die BeNe-Stiftung ist als Ewigkeitsstiftung angelegt, was bedeutet, dass das Grundstockvermögen dauerhaft unangetastet bleibt und ausschließlich Erträge ausgeschüttet werden. Infos zur BeNe-Stiftung finden sich auf www.benestiftung.de.

Lieferketten genau im Blick behalten

Mit dem Thema Lieferketten befasste sich Martin Proba von der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar. Wie schnell Probleme auftreten können, machte er an einem Beispiel aus der Region deutlich, bei dem Transportverträge gekündigt wurde. Wenn man wisse, dass rund 50 Prozent der deutschen Chlorproduktion aus Biebesheim stammten und ein Transport auf der Straße nicht gestattet sei, sei es „ein Schlag ins Kontor, wenn ein Beteiligter sagt, er spielt nicht mehr mit“. In mehreren Gesprächen habe man nun zumindest noch eine Lösung für 2027 gefunden.

Proba empfahl, sich die eigenen Lieferketten genau anzuschauen und auch zu überlegen, ob man Dinge selbst produzieren könne. Durch Verkürzen von Lieferketten und – wo möglich – Einkäufe im engeren Umfeld ließen sich Risiken minimieren, auch Einkaufsgemeinschaften und Logistik-Partnerschaften könnten helfen. Wichtig sei auf alle Fälle eine regelmäßige Kommunikation mit Geschäftspartnerinnen und -partnern.

„Kritische Güter“ sollten kategorisiert, Verträge möglichst langfristig abgeschlossen, Lieferanten regelmäßig bewertet und Pufferlager angelegt werden. Auch ein „Plan B“ für den Ausfall von Mitarbeitenden sei sinnvoll.

Factoring verhilft schneller zu Liquidität

Vor dem Hintergrund, dass Unternehmen immer länger warten müssten, bis ihre Zahlungsforderungen erfüllt werden, stellten Ulla Rother und Dirk Jansen die VR Factoring GmbH vor. Im Grunde geht es darum, dass offene Forderungen von der VR Factoring GmbH aufgekauft werden und Betriebe (mit einem gewissen Abschlag) wesentlich schneller an Geld kommen. Dies führe nicht nur schnell zu Liquidität, sondern könne auch Zusatzerträge durch Skonti generieren und Rating und Bonität verbessern.

Das Ganze ist allerdings an ein paar Voraussetzungen geknüpft. So muss ein Unternehmen mindestens zwei Jahre am Markt sein, einen Jahresumsatz von mindestens 500.000 Euro erzielen und einen gewerblichen Abnehmerkreis haben. Zudem müssen die Leistungen bei Rechnungsstellung vollständig erbracht sein.

Planungen für „Gerauer Woche 2027“ laufen

Groß-Geraus Wirtschaftsförderer Thorsten Eisenhofer ging kurz auf die Planungen für die „Gerauer Woche 2027“ ein. Vom 20. bis 30. Mai 2027 soll es zahlreiche Veranstaltungen geben, darunter eine Gewerbeschau. Auch der 90. Jahrestag der Freibaderöffnung soll eine Rolle spielen.

Schon fest terminiert ist das nächste Unternehmerfrühstück. Wie Jochen Dill von der Volksbank ankündigte, treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Freitag, 9. April 2027, in den Räumen der Kreisvolkshochschule am Wasserweg. Eine offizielle Einladung folgt.