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Datum: 10.04.2026

Asiatische Tigermücke wirksam bekämpfen

In Groß-Gerau hat sich die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) angesiedelt. Da diese sehr aggressiv ist, schnell zu einer Plage wird und gegebenenfalls auch Krankheiten übertragen kann, sollten alle Bürgerinnen und Bürger über die Sommermonate mithelfen, die Populationsdichte der Tigermücke möglichst niedrig zu halten.

Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) wird keine eigenen Maßnahmen ergreifen. Umso wichtiger ist es, dass die Bürgerinnen und Bürger in der beginnenden Stechmückensaison dazu beitragen, die Vermehrung der Asiatischen Tigermücke auf dem eigenen Grundstück zu unterbinden.

Fotos zum Nachweis sinnvoll

Da die auffällig schwarz-weiß gefärbten Tigermücken mit anderen Stechmückenarten verwechselt werden können, sind eindeutige Nachweise nötig. Dazu können Fotos gemacht oder tote Exemplare eingesandt werden.

Die KABS bittet daher um folgende Vorgehensweise, die zunächst etwas ungewöhnlich klingt. Verdächtige Stechmücken sollten möglichst „sanft“ erschlagen werden, um sie nicht zu zerquetschen. Alternativ dazu können sie mit einem Glas eingefangen werden. Das Glas sollte dann für zirka 20 Minuten in ein Gefrierfach gestellt werden, um die Mücke abzutöten.

Danach sollten Fotos von verschiedenen Positionen der Stechmücke gemacht werden (von vorne, von oben, von den Beinen) und über das Meldeportal (www.kabsev.de/stichts) an die KABS geschickt werden. Zudem ist es möglich, die ganze Mücke in einem geeigneten Behältnis (zum Beispiel ein Plastikröhrchen) an die KABS zu senden (KABS e.V., Tigermückenmeldung, Georg-Peter-Süß-Straße 3, 67346 Speyer). Bis zur Rückmeldung sollten die Tiere an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden.

Wasseransammlungen sollen vermieden werden

Das wirksamste Vorgehen gegen die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke ist die Vermeidung beziehungsweise Beseitigung von Brutstätten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen befinden. Das können Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken, Hofgullys oder durchhängende Dachrinnen sein. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen attackierende Exemplare entweder vom eigenen Grundstück oder aus der Nachbarschaft.

Was ist konkret zu tun? Die Vermehrung der Tigermücken lässt sich verhindern, indem Gefäße so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann. Außerdem wird empfohlen, beispielsweise Regentonnen mit einem engmaschigen Moskitonetz abzudichten. Auch das wöchentliche Entleeren wassergefüllter Behältnisse ist sinnvoll.

Falls diese Maßnahmen nicht für alle Brutstätten umsetzbar sind, können die verbliebenen Brutmöglichkeiten 14-täglich mit Bti-Tabletten behandelt werden. Sie enthalten einen Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist. Für andere Tiere wie Bienen, Hunde, Katzen, Igel, Vögel und natürlich auch Menschen ist der biologische Wirkstoff nach Angaben der KABS völlig unbedenklich. Kostenfrei erhältlich sind Bti-Tabletten für Groß-Gerauer Bürgerinnen und Bürger am Info-Schalter des Stadthauses (Am Marktplatz 1).

Tigermückeneier abtöten oder abschrubben

Die Asiatische Tigermücke vermehrt sich von April bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sollte verhindert werden, dass sich Brutstätten bilden.

Wichtig: Ein Großteil der im Herbst abgelegten Eier übersteht den Winter unbeschadet. Daher rät die KABS dazu, die an die von den Weibchen sehr fest an die Innenwand wassergefüllter Gefäße geklebten Eier abzutöten oder zu entfernen.

Mit heißem Wasser (mindestens 60 Grad) lassen sich die Eier abtöten. Alternativ können die Eier mit einer Bürste aus den Gefäßen entfernt werden. Der Innenrand sollte kräftig abgeschrubbt werden. Anschließend sollten Gefäß und Bürste mit sauberem Wasser abgespült und das Wasser samt Eiern auf die Erde gegossen werden.

Tigermücken sind potenzielle Krankheitsüberträger

Die aus Südostasien stammende Tigermücke trifft mittlerweile auch in Deutschland auf einen geeigneten Lebensraum. Sie kann zu einer Plage werden und stellt ein Gesundheitsrisiko dar, weil sie Krankheiten wie das Dengue-, Zika- oder West-Nil-Virus auf den Menschen übertragen kann. Die Krankheitserreger trägt die Asiatische Tigermücke nicht in sich, sondern muss zuvor eine infizierte Person gestochen haben.

Auch Hunde können in Mitleidenschaft gezogen werden. So kann die Asiatische Tigermücke auch Fadenwürmer übertragen, die die Herzwurmerkrankung bei Hunden verursachen.

Weitere Infos finden sich auf www.kabsev.de.