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Datum: 17.04.2026

Freibad: Vorbereitungen auf den Saisonstart

Die Vorfreude bei allen, die gern unter freiem Himmel im Wasser ihre Bahnen ziehen, ist schon jetzt groß. Mitte Mai 2026 soll in Groß-Geraus historischem Freibad in der Theodor-Heuss-Straße die Badesaison eröffnet werden. Als Starttermin wird Samstag, 16. Mai, angepeilt – vorausgesetzt, dass es bei den vorbereitenden Arbeiten keine Überraschungen gibt.

Noch sind die Becken leer, lediglich im Sprungbecken unter dem Zehn-Meter-Turm steht noch etwas Wasser, das abgepumpt werden muss, damit das 4,80 Meter tiefe Becken gesäubert werden kann.

Neuer Anstrich fürs Nichtschwimmerbecken

Vor der Badesaison 2026 stünden vor allem Arbeiten an, die die Funktionalität des Bades beträfen, erläutert Kai Steuernagel. Der Bäderfachmann ist als Projektleiter der Aquapark Management GmbH für die Groß-Gerauer Bäder zuständig. Aquapark übernimmt im Auftrag der Stadtwerke seit einigen Jahren die Betriebsführung der Bäder.

Im großen Schwimmerbecken, das stolze 50 auf 19 Meter misst, und im 23 mal 19 Meter großen Sprungbecken werden die Beckenköpfe oberhalb der Wasserlinie gestrichen (das gesamte Becken war im Vorjahr dran), auch das Nichtschwimmerbecken der unteren Badeplatte auf der Liegewiese erhält einen neuen Anstrich.

In Sachen Technik will Steuernagel die Abläufe beim Wasserzulauf verbessern. Während der Badesaison laufen pro Tag 40 bis 50 Kubikmeter Wasser ins große Becken nach. Mit ein paar Anpassungen soll dies in Zukunft besser gesteuert werden können. „Wir können pro Tag 20 bis 30 Kubikmeter sparen“, sagt Steuernagel.

Verbesserte Abläufe sollen helfen, Wasser zu sparen

Wer glaubt, dass es sich dabei um eine Kleinigkeit handelt, irrt. Ein Kubikmeter Frisch- und Abwasser kostet 5,39 Euro. Bei 20 Kubikmetern sind das schon 107,80 Euro – und gerechnet auf eine Badesaison mit 110 Tagen fast 12.000 Euro. „Wir drehen an vielen Stellschrauben, um Kosten zu optimieren und den städtischen Zuschuss nicht ausufern zu lassen“, erklärt Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau.

Für die Erstfüllung der Becken werden rund 3000 Kubikmeter Wasser benötigt, in der gesamten Saison rund 13.000. Allein für Wasser werden etwa 70.000 Euro in der Saison ausgegeben – das entspricht ziemlich genau den Einnahmen aus Eintrittsgeldern. Personal, Chemikalien, die Reinigung der Umkleiden oder die Pflege der Grünflächen kommen noch dazu. 2024 legte die Stadt für den Betrieb des Freibads etwa 330.000 Euro drauf.

Eintrittspreise steigen moderat

Zur Badesaison 2026 werden nun erstmals seit längerer Zeit die Eintrittspreise angehoben. Die Einzelkarte für Erwachsene (ab 18 Jahre) kostet künftig drei statt 2,80 Euro, die für Kinder und Jugendliche von sechs bis 17 Jahren zwei statt 1,60 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Die Saisonkarte für Erwachsene verteuert sich von 40 auf 45 Euro, die für Kinder- und Jugendliche von 22,50 auf 25 Euro.

„Mit diesen Tarifen sind wir aber auch weiterhin das preiswerteste Freibad in der Region“, betonen Rüddenklau und Steuernagel. Die durchschnittliche Preiserhöhung liege bei 12,6 Prozent, erläutert der Projektleiter. Bei einem ähnlichen Besuch wie im Vorjahr soll das Mehreinnahmen von rund 8000 Euro bringen.

2025 kamen mehr als 40.000 Badegäste

2025 kamen 40.366 Besucherinnen und Besucher ins 1937 eröffnete Freibad. 2024 waren es 38.918, 2023 rund 36.500. Deutlich mehr waren es 2022 mit 47.721. „Wenn die Sonne scheint, kommen die Leute. Sie ist unser bester Werbeträger“, sagt Steuernagel. Sei es kalt oder regne es, helfe auch das beste Marketing nichts.

Im Vorjahr kamen an 38 Prozent der Betriebstage weniger als 100 Gäste, an 76 Prozent weniger als 500. Die Marke von mehr als 2000 Badegästen wurde nur an einem Tag geknackt.

Beheizt sind die Becken im vom Architekten Adolf Gehbauer entworfenen Bad nicht, dafür punktet es mit viel Retro-Charme. Die hölzernen Umkleiden erinnern an ein Seebad, der 10-Meter-Sprungturm ist eine echte Landmarke und eine Seltenheit in der Region. Und auf der 8000 Quadratmeter großen Liegewiese mit ihrem alten Baumbestand finden alle ein Plätzchen.

Gespräche mit dem Denkmalschutz laufen

Was die Sanierung des Bads angeht, laufen derzeit intensive Gespräche mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege. „Wir müssen abwarten, welche Anforderungen sich aus der denkmalschutzrechtlichen Bewertung ergeben. Dies ist Voraussetzung für den Abschluss der Leistungsphase 3, also der Entwurfsplanung inklusive Kostenberechnung“, sagt Bürgermeister Rüddenklau. Gegenwärtig ließen sich daher noch keine konkreteren Aussagen treffen.

Vor dem Saisonstart 2026 gilt es, nach Reinigung und Anstrich die Becken zu füllen. Das dauert rund eine Woche. Danach wird die chemische Anlage in Betrieb genommen, das Wasser gechlort. Auch Wasserproben sind nötig. Wenn dann das Gesundheitsamt das Okay gegeben hat, steht dem Badespaß unter freiem Himmel nichts mehr im Wege.

Kai Steuernagel ist hier zuversichtlich. „Die Wasserwerte waren immer gut, da hatten wir keine Probleme.“ Jetzt muss nur noch die Sonne scheinen. Dann wird es bestimmt eine gute Saison.