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Datum: 22.04.2026

Groß-Gerau ist „Feuerwehr des Monats“

Für die Freiwillige Feuerwehr Groß-Gerau war es ein großer Tag: Der hessische Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, Prof. Dr. Roman Poseck, zeichnete sie am Dienstag als „Feuerwehr des Monats“ im April 2026 aus. Damit würdigte das Land ganz besonders die kreativen Ideen der Wehr zur Mitgliedergewinnung. Mit einer Werbeaktion auf Pizzakartons hatte sie bundesweit ein großes mediales Echo erzeugt und es bis in die ARD-Sendung „Brisant“ geschafft.

Zur Übergabe der Auszeichnung hatte Groß-Geraus Feuerwehr in der Fahrzeughalle einen würdigen Rahmen geschaffen. Rund 120 kleine und große Feuerwehrleute – von der Kinder- und Jugendfeuerwehr über die Einsatzabteilung bis hin zur Alters- und Ehrenabteilung – waren bei der Feierstunde dabei. Auch Kreisbrandinspektor Fred Schmidt, Groß-Geraus Erster Stadtrat Jürgen Schulz und Dezernentin Sabine Hoffmann waren zugegen.

Minister Poseck lobt Ideen der Groß-Gerauer Wehr

Minister Poseck nahm sich viel Zeit, verweilte fast eine Stunde im Stützpunkt am Groß-Gerauer Nordring. Mit ihrer Werbeaktion und dem Slogan „Hunger auf wahre Größe? Dann werde bei uns zum Alltagsheld! Deine Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt Groß-Gerau“ mache Groß-Geraus Wehr auf dieses wichtige Ehrenamt aufmerksam und sei auch Vorbild für andere Feuerwehren, sagte Poseck.

Zugleich hob er die Nachwuchsarbeit hervor – in Groß-Gerau gehören der Kinder- und Jugendfeuerwehr mehr als 100 Mitglieder an – und würdigte das große ehrenamtliche Engagement der Einsatzkräfte, die sich selbst in Gefahr begäben, um anderen zu helfen. „Ich danke allen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Gerau für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihren Einsatz für die Gemeinschaft.“

Bürgermeister Rüddenklau hebt Zusammenhalt hervor

Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau lobte die Einsatzbereitschaft der Wehr und deren Zusammenhalt. Über die Stadtteilgrenzen hinweg verstehe man sich als eine Wehr. Er ließ auch nicht unerwähnt, dass rund 20 Prozent der Einsatzkräfte weiblich sind – auch das ist noch nicht überall selbstverständlich. Rüddenklau weiß, wovon er spricht, schließlich war er mehr als drei Jahrzehnte in der Einsatzabteilung aktiv und zehn Jahre lang Wehrführer.

Rüddenklau erinnerte auch daran, dass Groß-Gerau im März 2014 schon einmal „Feuerwehr des Monats“ war. Damals erfolgte die mit einer Prämie von 1000 Euro verbundene Auszeichnung für den Feuerwehrbedarfsplan und die vielfältigen Aktivitäten bei der Mitgliedergewinnung.

Fast 390 Alarmierungen im Jahr 2025

Stadtbrandinspektor Michael Scharper stellte die rund 160 Einsatzkräfte zählende Groß-Gerauer Feuerwehr mit ihren Abteilungen Groß-Gerau, Dornheim, Wallerstädten und Berkach vor und berichtete, wie es zu der ungewöhnlichen Werbeaktion gekommen war. Mit seinem Stellvertreter Carsten Kortwig nahm er im Namen aller Feuerwehrleute die Auszeichnung entgegen.

Die Aktion der Groß-Gerauer Wehr greift zugleich ein weit verbreitetes Missverständnis auf. Gerade in größeren Städten wie Groß-Gerau gehen viele Bürger davon aus, dass eine Berufsfeuerwehr beziehungsweise Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften vorhanden ist. Tatsächlich ist der Brandschutz jedoch auch hier auf engagierte Ehrenamtliche angewiesen. Im vergangenen Jahr gab es fast 390 Alarmierungen.

Berufsfeuerwehr könnten sich Kommunen nicht leisten

Minister Poseck sprach von mehr als 2400 Einsatzabteilungen in ganz Hessen. Gerade in kleineren Orten komme der Feuerwehr eine große Bedeutung fürs gesellschaftliche Leben zu. Bürgermeister Rüddenklau strich heraus, dass es sich die meisten Kommunen – darunter Groß-Gerau – gar nicht leisten könnten, eine Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften zu unterhalten. Hierin war er sich mit Poseck einig.

Die Freiwillige Feuerwehr Groß-Gerau sucht weiter ehrenamtliche Einsatzkräfte, um vermeiden zu können, dass in Zukunft auf Hauptamtliche zurückgegriffen werden muss. Die sind zum einen schwer zu finden, zum anderen würden Anstellungen den Haushalt und am Ende dann die Bürgerinnen und Bürger belasten.

Bei einer kurzen Talkrunde ging es zudem um Feuerwehr-Standards, die Planung von Musterfeuerwehrhäusern für kleinere Einsatzabteilungen und die Stärkung des Ehrenamts.

Passend zur Werbeaktion gibt es Pizza

Als kleinen Imbiss gab es – wie könnte es anders sein – duftende Pizzen, die die Pizza Bar Lounge „Da Nico“ lieferte. Sie war einer der Partnerbetriebe bei der Werbeaktion. Mit den Pizzen wurde ein Teil des Preisgelds vom Land gleich in ein Dankeschön an die Ehrenamtlichen investiert.  

Anschließend ging es noch für ein Foto mit fast allen Beteiligten nach draußen auf den Hof des Stützpunkts, um den großen Tag für Groß-Geraus Wehr auch bildlich festzuhalten.