Marinemusikkorps begeistert in der Stadthalle
Solch ein Konzert gibt es in der Groß-Gerauer Stadthalle nicht alle Tage: Am Mittwochabend war das Marinemusikkorps Wilhelmshaven zu Gast und begeisterte mehr als 500 Besucherinnen und Besucher mit einer musikalischen Weltreise auf allerhöchstem Niveau.
Das Marinemusikkorps gibt jedes Jahr eine Reihe von Benefizkonzerten in ganz Deutschland. Nach Groß-Gerau waren sie auf Einladung der „Geusemer Jagdhornbläser“ und der Blaskapelle „Die Bäänd“ gekommen. Maik Roth („Geusemer Jagdhornbläser“) und Jürgen Hoyer („Die Bäänd“) begrüßten kurz, ehe sie das Wort an die Schirmherren, den Groß-Gerauer Bürgermeister Jörg Rüddenklau und seinen Treburer Amtskollegen Jochen Engel weitergaben.
Bürgermeister Rüddenklau und Engel als Schirmherren
In einer launigen Ansprache, bei der Engel scherzte, dass es ein Traum sei, in Groß-Gerau als Schirmherr agieren zu dürfen, verrieten sie, wer mit dem Erlös des Konzerts bedacht werden soll. Verwendung finden soll er um einen zur Brauchtumspflegen, also für die Förderung der jagdlichen Traditionsmusik, zum anderen aber auch für die Wohnstätte Sandkaute für Menschen mit Handicap in Trebur und die Hospizstiftung Groß-Gerau, die in der Kreisstadt gerade ein stationäres Hospiz baut.
Danach gehört die Bühne den knapp 60 Musikerinnen und Musikern unter der Leitung von Fregattenkapitän Matthias Prock, der gekonnt und charmant durch den Abend führte. Damit der ganze Klangkörper überhaupt Platz fand, hatte die Bühne in der Stadthalle vergrößert werden müssen.
Marinemusikkorps wurde 2019 in Dienst gestellt
Mit einem herzlichen „Moin“ hieß Prock die Gäste willkommen und berichtete, dass das im Oktober 2019 in Dienst gestellte Marinemusikkorps Wilhelmshaven die Einheiten der Marine verabschiede, wenn diese zu ihren Einsätzen aufbrächen. Zudem nehme man die zurückkehrenden Schiffe wieder in Empfang.
Und so wie die Marine der Bundeswehr auf den Weltmeeren unterwegs sei, wollten die Musikerinnen und Musiker das Publikum in Groß-Gerau mit auf eine Weltreise nehmen. Zum Auftakt brachte das Marinemusikkorps die Ouvertüre zu „Colas Breugnon“ von Dimitri Kabalevsky zu Gehör, gefolgt von „The Seafarer“ von Haydn Wood. Shantys hätten dazu gedient, die schwere Arbeit auf Deck besser und im Takt erledigen zu können, erzählte Prock – und mit den Shantys nahm das Marinemusikkorps die Gäste tatsächlich mit auf See.
Ausflüge nach Japan und Mexiko
Mit „Festal Scenes“ von Yasuhide Ito ging es nach Japan, während die „Mexican Pictures“ des schweizerischen Komponisten Franco Cesarini mit teils an traditionellen Volksliedern orientierten Klängen nach Mexiko entführten. Fregattenkapitän Prock wusste nicht nur über die einzelnen Stücke, sondern auch über manches Instrument zu berichten. Für die Gäste war das Gastspiel somit nicht nur ein musikalischer Hochgenuss, sondern ganz nebenbei auch noch lehrreich.
Viel zu schnell war die Pause gekommen, danach ging es mit dem Konzertmarsch „Mit vollen Segeln“ von Klaus Strobl wieder auf hohe See. Ergänzt wurde das Programm durch musikalische Highlights aus dem Kinohit „Drachenzähmen leicht gemacht“ von John Powell und die tänzerische Kraft und rhythmische Energie von „Riverdance“ (Bill Whelan).
Auch Glenn Miller darf nicht fehlen
Den Geist der amerikanischen Swing-Ära und den unverwechselbaren Sound von Glenn Miller ließ das Stück „Glenn Miller“ von Joachim Refardt aufleben.
Am Ende spendeten die Zuhörerinnen und Zuhörer frenetischen und langanhaltenden Applaus, sodass die Musikerinnen und Musiker noch zwei Zugaben nachlegten. Es war viel Lob für die herausragende musikalische Leistung zu hören. Wie gesagt: Solch ein Konzert gibt es in der Stadthalle nicht alle Tage.