Aktionstag gegen sexuelle Belästigung
Das Frauen- und Gleichstellungsbüro der Kreisstadt Groß-Gerau beteiligt sich am Dienstag, 9. Juni 2026, von 11 bis 13 Uhr an einer Aktion des Büros für Chancengleichheit (BFC) des Kreises Groß-Gerau zum Nationalen Anti-Catcall-Tag. Dabei handelt es sich um einen Aktionstag gegen sexuelle Belästigung. Am 9. Juni können Interessierte beim Stand am Haupteingang des Landratsamts Groß-Gerau (Wilhelm-Seipp-Straße 4) vorbeikommen.
Es sind Redebeiträge geplant und es gibt reichlich Infomaterial, um mehr über das Thema „Catcalling“ zu lernen. Zudem besteht die Möglichkeit, eigene Erlebnisse mit Kreide im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.
Anzügliche Sprüche sind kein Kompliment
Pfeif- oder Kussgeräusche, aufdringliche Blicke, anzügliche Sprüche oder übergriffige Nachrichten auf Social Media wie „Ey, geiler Arsch“ oder „Komm doch mal rüber, mit mir ist es nachts immer lustig“: Dies sind noch eher harmlose Beispiele für die recht niedliche Bezeichnung „Catcalling“. Der Begriff stammt aus der englischen Umgangssprache und bedeutet in etwa „Katzen-Rufen“. Es kann auch verstanden werden als das unerträgliche Geschrei paarungswilliger Kater.
Unter „Catcalling“ werden alle sexuell konnotierten Verhaltensweisen beziehungsweise verschiedene Arten der sexuellen Belästigung ohne Körperkontakt zusammengefasst, die meist Frauen und Mädchen gelten. Als meist berührungslose, aber unzumutbar aufgedrängte Sexualität ist es derzeit noch kein eigener Straftatbestand beziehungsweise keine Ordnungswidrigkeit. Darunter fallen auch Aussagen wie „Du hast ja gar keine Titten“.
Erfahrungen können auch online geteilt werden
Catcalling sorgt dafür, dass Betroffene anfangen, Orte zu meiden und sich nicht mehr unbefangen in der Öffentlichkeit bewegen. Catcalling ist kein Einzelschicksal. Jede und jeder kann betroffen sein, es kann überall geschehen.
Dies soll nicht so bleiben, und so hat bereits die „#Me-Too“-Bewegung das Problem sexueller Belästigungen im Alltag, überwiegend durch Männer, in den Blick der internationalen Öffentlichkeit gerückt.
Schon jetzt besteht die Chance, auch anonymisiert Erfahrungen zum Ankreiden zu teilen. Dafür hat das BFC ein eigenes Onlineportal, in dem man ganzjährig Vorfälle melden kann. Zu erreichen ist es unter diesem Link.