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Datum: 24.06.2026

Groß-Geraus Stadtbäume brauchen Hilfe

Die aktuelle Hitzewelle im Rhein-Main-Gebiet – sie setzt nicht nur den Menschen, sondern auch Groß-Geraus Stadtbäumen zu. Hohe Temperaturen in Verbindung mit Trockenheit führen für die Bäume zu Stress. Die Stadt Groß-Gerau bittet deshalb alle Anwohnerinnen und Anwohner, beim Gießen der Stadtbäume zu unterstützen.

Der Bau- und Betriebshof ist zwar nahezu täglich im Einsatz, um die städtischen Pflanzen zu wässern, zu pflegen und vor dauerhaften Hitzeschäden zu schützen, kommt aber kaum hinterher.

Bäume sorgen für Beschattung in der Stadt

Gerade an extrem heißen Tagen spielen die Stadtbäume eine wichtige Rolle, weil sie für Beschattung sorgen und dazu beitragen, dass sich die Stadt nicht zu sehr aufheizt. Für Bürgermeister Jörg Rüddenklau ist das Stadtgrün ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebensraums. „Es sorgt für kühlere Luft, filtert Feinstaub, spendet Schatten, liefert Sauerstoff und bietet Lebensraum für Tiere. Und das alles kostenlos“, sagt er. Wo möglich, werden Flächen entsiegelt, um zu einem besseren innerstädtischen Klima beizutragen.

Vor allem junge Bäume in Innenstadtlagen oder an Straßenrändern, wo die Pflanzflächen klein und der Boden stark verdichtet ist, leiden aktuell. Rüddenklau hofft deshalb, dass viele Groß-Gerauerinnen und Groß-Gerauer bereit sind, den Bäume vor ihren Häusern zu helfen. „Gesunde Stadtbäume sind ein Gewinn für uns alle. Jede helfende Hand zählt“, macht er klar.

Weißer Anstrich wirkt als thermischer Schutz

Neben jungen Bäumen sind zunehmend auch ältere Exemplare auf Unterstützung angewiesen. Viele junge Bäume bieten mittlerweile zudem einen ungewohnten Anblick, weil ihre Stämme weiß gestrichen sind. Das hat einen ernsten Hintergrund: Die helle Farbe wirkt als thermischer Schutz und hilft, die Temperatur im Stamm zu senken – auf der sonnenbeschienenen Seite kann der Unterschied in den Leitungsbahnen bis zu zehn Grad Celsius betragen. Die gelbe Grundierung wird dabei noch mit Weiß überstrichen.

Bei Temperaturen über 30 Grad im Schatten entstehen auf der Südseite der Bäume teilweise extreme Hitzezonen. Ohne Schutz können Risse im Stamm, Sonnenbrand oder sogar das Absterben von Zellen im Stamminneren die Folge sein.

Niederschläge unter dem langjährigen Mittel

Dass es auch in diesem Jahr trockener als im langjährigen Mittel der Jahre 1996 bis 2020 ist, zeigt ein Blick auf die Daten der Niederschlags-Messstation des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Wallerstädten. Von Januar bis Mai 2026 fielen 184 Millimeter Niederschlag, im langjährigen Mittel sind es in diesem Zeitraum 190,8. Im Januar und Februar war es nasser als gewöhnlich, seit März dagegen durchgehend trockener. In diesem Monat kamen bis zum 24. Juni 26,5 Millimeter Regen vom Himmel – der Durchschnittswert für den Gesamtmonat liegt bei 61,4.

In Groß-Gerau gibt es rund 10.000 Stadtbäume

In der Kreisstadt Groß-Gerau gibt es rund 10.000 Stadtbäume. Darin inbegriffen sind auch zahlreiche Bäume in der Fasanerie, aber nicht die dortigen Waldflächen.

Die Groß-Gerauerinnen und Groß-Gerau können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Stadtbäume zu erhalten. Pro Woche benötigt ein Baum etwa 100 Liter Wasser. Empfohlen wird, Bäume am frühen Morgen oder späten Abend zu gießen. Statt den Baum jeden Tag mit kleineren Mengen Wasser zu versorgen, ist es sinnvoller, ein- oder zweimal in der Woche kräftig zu gießen. So kann das Wasser tiefer in den Boden sickern und verdunstet nicht so rasch.

Jede Unterstützung hilft

„Ob mit Gießkanne, Gartenschlauch oder einem speziellen Bewässerungssack – jede Unterstützung hilft“, lautet der Appell aus dem Betriebshof-Team. Bewässerungssäcke, die vor allem an jüngeren Bäumen zu finden sind, fassen je nach Modell zwischen 50 und 100 Liter Wasser, das über mehrere Stunden langsam in den Boden einsickert. So kann der Wurzelbereich das Wasser besser aufnehmen, statt dass es ungenutzt über verdichtete Flächen abläuft.

Das Team freut sich jedenfalls über jede helfende Hand – und unsere Stadtbäume sowieso.