Viele helfende Hände beim Müllsammeltag
Mehr als 70 Helferinnen und Helfer sind am Samstag dem Aufruf von Stadt und Kreis gefolgt und haben sich in mehreren Teams am Müllsammeltag in Groß-Gerau beteiligt. In diesem Jahr erfolgte die Aktion in Kooperation mit dem RhineCleanUp und im Rahmen der Klimawoche des Kreises.
Als sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersstufen morgens um 9 Uhr am Groß-Gerauer Bauhof Greifer, Eimer und Müllsäcke sowie ein paar Getränke und Knabbereien abholten, war es temperaturmäßig noch richtig frisch. Das änderte sich im Laufe des Vormittags, und auch sonst kamen die Helferinnen und Helfer ins Schwitzen: An vielen Stellen lag mehr Dreck, als sich auf den ersten Blick erkennen ließ. Sobald man jedoch Gebüsch und Gehölz näher betrachtete, gab es einiges herauszuholen.
Bürgermeister appelliert ans Gemeinschaftsgefühl
Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau bedankte sich bei allen, die bei der Aktion dabei waren. „Es ist uns wichtig, dass unsere Stadt schön aussieht – Ihnen auch. Dafür herzlichen Dank.“ Er appellierte ans Gemeinschaftsgefühl, wohlwissend, dass diese Worte bei den Anwesenden eigentlich unnötig waren. Künftig wolle man solche Veranstaltungen wieder häufiger anbieten. Denkbar seien auch die Pflege von Beeten oder Unkrautbeseitigung an Gehwegen. Gemeinsam lasse sich viel bewegen. Rüddenklau selbst war mit einem Team in der Friedrich-Ebert-Anlage unterwegs.
Landrat Thomas Will berichtete, dass sich in diesem Jahr acht der 14 Kommunen im Kreis beteiligten. „Fürs nächste Jahr peilen wir eine zweistellige Zahl an.“ In seiner Heimatgemeinde Bischofsheim hätten sie bei solchen Aktionen schon mal 20 Autoreifen, Farbgebinde und Betonreste aus der Gemarkung geholt. „Da hat sich jemand nachts die Mühe gemacht, sie hinzufahren und zu verstecken, obwohl es genügend legale Entsorgungswege gäbe. Das ist Umweltkriminalität.“ Will zeigte vollen Körpereinsatz, stieg am Landratsamt auch in den Graben, um Kartons herauszufischen.
Jede Menge Unrat am Wegrand
Mehrere Gruppen waren am Samstag im Stadtgebiet damit beschäftigt, Unrat einzusammeln – auch in Dornheim, Dornberg und der Fasanerie. Allein die Ahmadiyya Muslim Jamaat war mit über 30 Freiwilligen am Start. Tobias, Johanna und Manuel Sattler bildeten zusammen mit Melanie Götz ein Team. Ihr Einsatzgebiet: Ein Wegrand in unmittelbarer Nachbarschaft zur B 44/42 und einem Verbrauchermarkt in der Odenwaldstraße. Plastikverpackungen, Chipstüten und kleine Schnapsflaschen fanden sich dort zuhauf. „Man sieht überall, dass Müll rumliegt, aber so extrem ist schon fies“, sagte Tobias Sattler.
Für Eric Merten war es selbstverständlich, die Aktion zu unterstützen. „Es geht darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, Müll zu reduzieren und auf keinen Fall so achtlos zu entsorgen.“ Ganz ähnlich sah das Ben Weißmantel. „Auch als wir noch in Darmstadt gelebt haben, waren wir oft bei Klimaschutzaktionen dabei.“ Viele beschwerten sich, doch nur wenige packten auch an.
Organisiert und begleitet wurde die Müllsammelaktion in der Kreisstadt von der Groß-Gerauer Umweltschutzmanagerin Julia Schütz und Evripidis Zisopoulos vom Fachdienst für Abfallwirtschaft und Immobilienmanagement in Verbindung mit Klimamanagerin Priska Kramer und Heike Parsczinski (Fachdienst für Abfallwirtschaft und Immobilienmanagement).
Mehr als eine halbe Tonne Abfall gesammelt
Die vollen Müllsäcke sammelte der Bauhof am frühen Nachmittag ein, musste auch Autoreifen, Paletten, Elektrogeräte und Fahrradreste aufladen. Alles in allem kam deutlich mehr als eine halbe Tonne Abfall zusammen, der sich dort befand, wo er nicht hingehört. Die Aktion hat sich also gelohnt. Noch besser wäre es allerdings, wenn sie gar nicht nötig wäre.
Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die mitgemacht haben.