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Datum: 03.11.2026

Neue Photovoltaikanlage für Groß-Geraus Kläranlage

Die Groß-Gerauer Zentralkläranlage in der Nähe der Landesstraße nach Wallerstädten verfügt seit Kurzem über eine neue Photovoltaik-Anlage, die rund 100 Quadratmeter Dachfläche auf dem neueren der beiden Betriebsgebäude belegt. Mit den Kollektoren in Ost-West-Ausrichtung können pro Jahr rund 20.000 Kilowattstunden (kWh) an elektrischem Strom erzeugt werden. Das entspricht dem jährlichen Durchschnittsverbrauch von sechs bis sieben Vier-Personen-Haushalten.

Mit Blick auf die hohen Strompreise geht Kläranlagen-Leiter Georges Haddad von den Groß-Gerauer Stadtwerken davon aus, dass sich die Investition rasch amortisieren wird. „In weniger als drei Jahren haben wir das wieder reingeholt. Die Anlage ist umwelttechnisch und wirtschaftlich absolut sinnvoll“, sagt er.

Pro Jahr fast 50.000 Kilowattstunden aus Sonnenenergie

Die neue ist nicht die erste Photovoltaikanlage auf dem Betriebsgelände der Groß-Gerauer Kläranlage. Schon seit einigen Jahren sind rund 250 Quadratmeter Dachfläche von zwei Betriebsgebäuden mit Solarkollektoren belegt. Die Stromerzeugung im Jahr beträgt hier etwa 27.000 kWh. Insgesamt werden also mit Kollektoren mit einer Gesamtfläche von 350 Quadratmetern nahezu 50.000 Kilowattstunden im Jahr selbst produziert.

Gemessen am Energiebedarf der Kläranlage spielt Photovoltaik zwar nur eine untergeordnete Rolle, ist aber doch ein Baustein auf dem Weg zur in der EU-Kommunalabwasserrichtlinie geforderten Energieneutralität. Bis 2045 müssen Kläranlagen ihren Energiebedarf aus erneuerbaren Energien decken.

Dabei muss nicht zwingend jede einzelne Anlage energieneutral sein, aber die Branche insgesamt. Außerdem muss die Energie nicht unbedingt auf dem Betriebsgelände erzeugt werden. Auch Beteiligungen an beispielsweise Solar- oder Windparks sind möglich.

Auf gutem Weg zur Energieneutralität

Die Groß-Gerauer Stadtwerke sehen sich auf gutem Weg, die Ziele der EU-Kommunalabwasserrichtlinie, die noch in nationales Recht zu gießen ist, zu erreichen. Bis 2035 müssen 40 Prozent der verbrauchten Energie aus Erneuerbaren stammen, bis 2040 sind es 70 Prozent.

Der jährliche Stromverbrauch der Groß-Gerauer Kläranlage liegt bei etwa 1,2 Millionen kWh. Davon erzeuge man knapp zwei Drittel selbst, sagt Harald Steiger, der Technische Betriebsleiter der Stadtwerke. Eine entscheidende Rolle dabei spiele das Blockheizkraftwerk (BHKW), das die anfallenden Klärgase in Energie umwandele. Das BHKW verfügt über eine Leistung von 125 kW an elektrischem Strom und 128 kW an Wärme.

Auch sonst wird Einiges unternommen, um den Energiebedarf zu reduzieren. „Jede neue Pumpe, die wir einbauen, läuft effizienter als die alten“, sagt Jasmin Werner, Teamleiterin Stadtentwässerung. Bei der Gebläsestation habe man den Verbrauch um etwa 40 Prozent reduzieren können.

Stromverbrauch seit 2013 deutlich gesenkt

Harald Steiger weist darauf hin, dass die Zentralkläranlage 2013 noch 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom benötigt habe. Heute liege man um rund 25 Prozent darunter. Wenn man noch bedenke, dass es Erweiterungen gegeben habe und neue Anlagenteile hinzugekommen seien, liege die Einsparung im Grunde sogar noch höher. „Wir tun viel, um beim Thema Energieneutralität voranzukommen. Dabei helfen auch kleinere Vorhaben wie die neue Photovoltaikanlage. Und nicht zuletzt haben selbst erzeugte Energie und Energieeinsparungen einen positiven Effekt auf die Gebühren. Was wir tun, machen wir schließlich im Interesse der Groß-Gerauerinnen und Groß-Gerauer“, erklärt Steiger.